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Briefwechsel via Fernsehen

aus DER SPIEGEL 43/1977

Der Bildschirm, so klagen Medienexperten, isoliere die Menschen voneinander. Daß er doch als »Medium wirklicher Kommunikation« taugt, will der Bayerische Rundfunk nun im ARD-Kinderprogramm beweisen. In zwanzig Sendungen à 45 Minuten, die vom 25. Oktober an wöchentlich um 17.10 Uhr. ins Programm kommen, zeigt der Sender einen Großversuch -- die TV-Korrespondenz zwischen drei Kindergruppen in München, Persien und Brasilien. Ein Jahr lang, von Oktober '76 bis September '77, hatten die zehn- bis dreizehnjährigen Gören, mit Hilfe von TV-Profis, Kamerabeobachtungen ihrer Umwelt ausgetauscht. Jeder »Filmbrief« (Sendetitel) wurde spontan von der adressierten Gruppe beantwortet. Mit dem TV-»Dialog« wollten die Fernsehredakteure kindliche Völker-Ktischees korrigieren. Schwierigkeiten machten anfangs nur die Perser: Sie suchten sich für den Briefwechsel routinierte TV-Kinder und filmten ihre Gruppe, zu Propagandazwecken, am liebsten vor pompösen Denkmälern und bei Schah-Paraden.

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