Zur Ausgabe
Artikel 54 / 81

Briten-Jazz mit »Working Week«

*
aus DER SPIEGEL 14/1985

Jazz ist wieder Mode in der schicken Londoner Nachtclub-Szene: Saxophon-Soli im fashionablen Fünfziger-Jahre-Stil, in cooler Tristesse verhangene Frauenstimmen und die Rhythmus-Akzente afro-kubanischer Perkussion liefern die unaufgeregte Klangkulisse zum neuen, alten Jugendstil der Briten. Nach dem Erfolg des Pseudo-Jazz von Gruppen wie Sade, Matt Bianco oder Everything But The Girl, der sich vorzüglich zur Beschallung von Boutiquen eignete, bringt die englische Working Week ihre Debüt-LP, Titel: »Working Nights«, heraus und zwingt mit ihrem tanzbaren Gemisch aus Bebop, Soul-Jazz und Latin-Groove, aus Big-Band-Bläserblech und eingestreuter Freejazz-Hexerei schon eher zum Hinhören. Und mit der jungen Schwarzen Julie Roberts präsentiert Working Week die voluminöse Ausdruckskraft einer Sängerin jenseits der gefälligen Mode.

Zur Ausgabe
Artikel 54 / 81
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.