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DENKMÄLER Buddha aus Licht

aus DER SPIEGEL 33/2005

Das Entsetzen war groß, als das Taliban-Regime im März 2001 zwei mehr als 1500 Jahre alte Buddha-Statuen im afghanischen Bamian-Tal sprengen ließ - mit 53 und 36 Metern die größten stehenden Stein-Buddhas der Welt. Nachdem die Glaubenskrieger Ende 2001 vertrieben worden waren, wurden zahlreiche Pläne zum Wiederaufbau entwickelt und fast ebenso schnell wieder verworfen. Zuletzt wollten Schweizer Forscher die Buddhas anhand von Computermodellen rekonstruieren. Auch diese Idee wurde jetzt zu den Akten gelegt - zugunsten des neuesten Einfalls des Japaners Hiro Yamagata, 58. Der in Kalifornien lebende Künstler will die Buddhas als Lichtinstallation jeden Sonntag vier Stunden an die Wände der Schlucht projizieren. Solar- und Windenergieanlagen sollen den notwendigen Strom erzeugen und könnten auch die umliegenden Dörfer versorgen. Bei der Regierung der afghanischen Provinz stieß der Plan auf Wohlwollen; wenn nun noch die Unesco zustimmt, kann 2007 losgelasert werden. Gegenüber den Schweizer Rekonstruktionsplänen, die mit mehr als 30 Millionen Dollar zu Buche geschlagen hätten, ist Yamagatas Projekt zudem vergleichsweise günstig: Die Licht-Buddhas sollen um die 9 Millionen Dollar kosten.

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