Kulturschaffende über Shutdown "Das ist faktisch ein Berufsverbot"

Künstler und Veranstalter fürchten mit dem erneuten Shutdown um ihre Existenz. Comedian Carolin Kebekus und Jazzmusiker Till Brönner fordern ein Hilfsprogramm.
Demonstration #AlarmstufeRot: Die Veranstaltungsbranche ist hart getroffen

Demonstration #AlarmstufeRot: Die Veranstaltungsbranche ist hart getroffen

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Emmanuele Contini / imago images

Die Corona-Einschränkungen ab kommenden Montag treffen die Kulturszene besonders hart. Kinos und Theater müssen schließen, auch Feste, Konzerte und Messen sind im November verboten. Schon in den vergangenen Monaten blieben bei Veranstaltungen viele Plätze frei. Nun sollen Freizeiteinrichtungen vorübergehend wieder ganz schließen, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

Am Mittwoch zogen Künstler und Veranstalter durch Berlin, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Organisiert vom Aktionsbündnis #AlarmstufeRot  fuhr ein Autokorso vom Olympischen Platz zum Brandenburger Tor, gleichzeitig startete ein Fußmarsch dorthin mit 6000 angemeldeten Teilnehmern.

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"Offensichtlich hat die Politik den Sommer verschlafen", sagte Tote-Hosen-Sänger Campino  bei der Abschlusskundgebung. "Eine Lockdownstrategie in Schwarz-Weiß, das ist einfach zu wenig." Es gehe hier "nicht um Weihnachten. Es geht um ein ganzes Jahr und Tausende Existenzen."

"Kaum eine Branche hat seit Beginn der Pandemie härter dafür gearbeitet, ihren Zuschauer*innen wieder ein sicheres Erlebnis bieten zu können, als die Kulturbranche", schrieb Comedystar Carolin Kebekus in einem offenen Brief der Kulturbranche  an mehrere zuständige Bundesministerien.

In dem Brief, den zahlreiche Prominente unterzeichneten, fordert Kebekus Hilfe aus Bundesmitteln für die angeschlagenen privatwirtschaftlichen Kulturstätten des "sechstgrößten Wirtschaftszweigs" Deutschlands. "Sie haben Maßnahmen beschlossen, die für uns faktisch einem Berufsverbot gleichkommen. Wir warten bereits seit sieben Monaten auf konkrete und zielführende Entscheidungen."

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Auch Jazzmusiker Till Brönner hatte bereits am Dienstag die Politik in einem Videostatement um Hilfe für die Branche gebeten . Gleichzeitig rief er die Branche auf, lauter zu werden. "Die Zurückhaltung aus unseren eigenen Reihen ist fatal. Sie zeichnet ein völlig falsches Bild der dramatischen Lage, in der sich unser Berufszweig befindet", so Brönner.  

Es sei skandalös zu sehen, dass die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft zu den systemirrelevanten Branchen gezählt werde. "Ich bin Leistungsträger einer Nation, die sich selbst gern das Land der Dichter und Denker nennt." Die Branche beschäftige doppelt so viele Menschen wie die Autoindustrie.

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cpa/dpa