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Gestorben Charles Grodin, 86

aus DER SPIEGEL 21/2021
Foto: picture alliance /

Der in Pittsburgh geborene Schauspieler war ein brillanter Komödiant und ein Meister des Understatements. Mit Anfang dreißig hatte er allerdings eine geradezu historische Fehlentscheidung getroffen. Er lehnte die Rolle des Benjamin Braddock in Mike Nichols' Film »Die Reifeprüfung« (1967) ab, durch die Dustin Hoffman dann berühmt wurde. Grodin, der in den Sechzigern an vielen TV-Serien wie »Die Leute von der Shiloh Ranch« mitwirkte, war die Gage zu niedrig. Über Paul Simon und Art Garfunkel, die den Film mit Songs wie »Mrs. Robinson« zum Blockbuster machten, drehte er dann eine legendäre Dokumentation. Zwar spielte Grodin im Laufe seiner Karriere gelegentlich Hauptrollen in Kinofilmen wie der romantischen Komödie »The Heartbreak Kid« (1972, deutscher Titel: »Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht«), zum großen Star schaffte er es aber nie. Doch immer wieder erwies er sich als perfekter Partner, der gerade im Zusammenspiel sein Können zeigte – egal ob sein Gegenüber zwei oder vier Beine hatte. Grodins Wortwechsel mit Robert De Niro in »Midnight Run – 5 Tage bis Mitternacht« (1988) sind Duelle, die bis heute ihresgleichen suchen, seine Szenen mit einem Bernhardiner in »Ein Hund namens Beethoven« (1992) bezwingend komisch. Dass er dabei oft mit minimalen Mitteln auskam, machte seine Kunst aus. Charles Grodin starb am 18. Mai in Wilton, Connecticut.

lob
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