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Ausstellungen Christos Generalprobe

aus DER SPIEGEL 5/1995

Andere gestalten Wände, Decken, allenfalls Räume. Er aber legt keine Hand an, wenn er nicht ein ganzes Bauwerk kunstvoll verfremden darf. Der bulgarischamerikanische Verpackungsartist Christo, 59, ist ein charmanter Gigantomane. Jetzt hat er als Gefälligkeit für einen Freund und Sammler, den württembergischen Schraubenfabrikanten Reinhold Würth, dessen Kunstquartier in Künzelsau ausstaffiert. Fußböden und Treppen - insgesamt 900 Quadratmeter - sind mit hellem Baumwollstoff ausgelegt, die Fenster mit braunem Packpapier verdeckt (bis 4. Juni). Die Atmosphäre des drapierten Raums soll »von Ruhe und Heiterkeit geprägt« sein. Das Provinz-Projekt dient Christo jedoch nur als Generalprobe: Kurz nach dem Ende der Schau will er mit der Verhüllung des Berliner Reichstags Kunstgeschichte machen. Dort darf er seine Lust am Monumentalen richtig ausleben: Rund 75 000 Quadratmeter Silberstoff werden gebraucht, um den historischen Klotz futuristisch zu gewanden.

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