Im Alter von 93 Jahren Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg ist gestorben

Er galt als eine der letzten Ikonen der Popart. Seine riesigen Skulpturen stehen auf der ganzen Welt. Nun ist Claes Oldenburg in New York gestorben.
Claes Oldenburg im Kölner Museum Ludwig vor seinem Werk »Shoestring Potatoes Spilling from a Bag, 1966«

Claes Oldenburg im Kölner Museum Ludwig vor seinem Werk »Shoestring Potatoes Spilling from a Bag, 1966«

Foto:

Henning Kaiser / dpa

Er hat die vor allem auf Drucken und Gemälden stattfindende Pop-Art der 1960er-Jahre zur Skulptur emporgehoben und Konsumobjekte auf humorvolle Weise in einen neuen Kontext gesetzt. Mit Andy Warhol und Roy Lichtenstein zählte er zu den größten Vertretern der Strömung: Claes Oldenburg ist tot. Er sei am Montag im Alter von 93 Jahren in New York gestorben, sagte eine Sprecherin der Pace-Galerie der Deutschen Presse-Agentur in New York. Zuvor hatten US-Medien über den Tod des Künstlers berichtet.

Der Künstler habe sich zuletzt in seinem Studio im Stadtteil Soho, wo er auch lebte, von einem Sturz erholt. »Ich hatte die Ehre, eine großartige Freundschaft mit einem der radikalsten Künstler des 20. Jahrhunderts zu haben«, wurde Galeriegründer Arne Glimcher zitiert: »Er hat das Wesen der Skulptur von hart zu weich verändert und sein Einfluss auf die Kunstwelt ist bis heute sichtbar.«

Claes Oldenburgs »Clothespin« in Philadelphia (2002)

Claes Oldenburgs »Clothespin« in Philadelphia (2002)

Foto: Dan Loh / AP

Geboren wurde Claes Thure Oldenburg 1929 als Sohn eines Konsuls und einer Sängerin in Stockholm, einige Jahre später zog die Familie in die USA. Er studierte in Yale und versuchte sich als Reporter beim City News Bureau in Chicago, besuchte dann aber das Art Institute of Chicago und illustrierte für Magazine. Nach dem Umzug nach New York 1953, die amerikanische Staatsbürgerschaft in der Tasche, experimentierte er in ersten Schauen mit Pappmaschee und Gips.

Die Kunstwelt empfing ihn mit Begeisterung – auch in Deutschland. In Kassel haute der mehrfache Documenta-Künstler eine zwölf Meter hohe Spitzhacke in das Fulda-Ufer. In Frankfurt am Main stand eine fast so hohe Krawatte im Westend. In Münster Billardkugeln, in Köln eine Eistüte und in Freiburg ein Wasserhahn mit Schlauch.

sak/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.