Reformpläne Roth will Stiftung Preußischer Kulturbesitz effizienter machen

Reformpläne für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt es schon lange, nun will Kulturstaatsministerin Roth sie endlich angehen: »Komplizierte und nicht effiziente Strukturen« sollen verschwinden, um »Potenziale zu entfalten«.
Das Logo der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)

Das Logo der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)

Foto: Christoph Soeder/ dpa

Eigentlich würde Kulturstaatsministerin Claudia Roth gern auch noch den Namen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) und die inhaltliche Ausrichtung ändern. Aber ganz so ambitioniert sind die Pläne für die Reform der SPK dann doch nicht. Erst mal sollen Strukturen aufgebrochen werden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist einer der größten Kulturverbände der Welt. 1900 Mitarbeiter, 17 Museen, Bibliotheken, Archive, Institute gehören dazu. Nach dem Krieg gegründet, um preußische Kunst in Berlin zusammenzuführen, wuchs sie immer weiter. Zugehörig sind unter anderem die Häuser auf der Museumsinsel und die Staatsbibliothek Unter den Linden. Die Verwaltung wurde unübersichtlich und langsam.

Ein »Kollegialer Vorstand« an der Spitze

Der Wissenschaftsrat nannte die SPK »dysfunktional«. Die einzelnen Häuser mussten für jede Kleinigkeit bei der Zentralverwaltung vorsprechen. Das Ergebnis: kein Geld für Ausstellungen, Bildungsarbeit oder Ankäufe und vor allem keine Besucher. Der Lösungsvorschlag des Wissenschaftsrats war die Zerschlagung in einzelne Institutionen und die Abschaffung der Zentralverwaltung. Das ging der Stiftung jedoch zu weit. Die Reformen fallen nun etwas gemäßigter aus.

Claudia Roth führt damit fort, was ihre Vorgängerin Monika Grütters angeschoben hatte.

An der Spitze soll künftig ein »Kollegialer Vorstand« aus bis zu sieben Mitgliedern stehen, die die Einrichtungen vertreten. Die meisten Verwaltungsaufgaben übernimmt eine »Zentrale Serviceeinheit«. Die strengen Hierarchien sollen Geschichte sein, die einzelnen Häuser mehr Autonomie über Personal, Finanzen und Programm erhalten. Außerdem wird die Zusammenarbeit der einzelnen Einrichtungen gefördert, heißt es in dem Beschlussvorschlag einer Reformkommission für die nächste Sitzung des Stiftungsrats. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor.

Am 5. Dezember stimmt der Stiftungsrat über die Pläne ab, die in den letzten Monaten mit den Leitern der Einrichtungen und mit den Ländern entwickelt wurden.

czl
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