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Comeback nach zwei Leichen

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aus DER SPIEGEL 4/1984

Wie sieht sich eine Rocksängerin, die Suff, Drogen und den Tod von Freunden bewältigt hat? Chrissie Hynde, die mit den »Pretenders« vor vier Jahren einen Welterfolg ("Brass In Pocket") hatte, will weder als »Opfer« noch »Überlebende« ihres Jobs gelten - doch Gitarrist James Honeyman-Scott starb an einer Überdosis Heroin, Bassist Pete Farndon desgleichen. Die Amerikanerin hing an der Flasche. Nun, mit neu formierten »Pretenders«, gelang ihr ein Comeback. Auf der LP »Learning To Crawl« verbindet sie die Pop-Energie des Punk mit alter Rock-Tradition (was gelegentlich zu hohl dröhnenden Gitarrensoli führt). Doch Chrissie Hyndes Stimme ist voll Understatement, manchmal tönt sie wie im Sprechgesang. Zu den Aufnahmen schnürte sich die 32jährige dicke Kissen um den Leib. Sie wollte ihr ungeborenes Baby vor harten Schallwellen schützen. Opfer? Überlebende? Der LP-Titel heißt auf deutsch: »Krabbeln lernen«.

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