Offener Brief Künstler und Forscher fordern Corona-Bonds

"Die Länder der Europäischen Union müssen sich solidarisch verhalten": Bekannte Schriftsteller, Verleger, Filmemacher und Forscher wollen die Bundesregierung dazu bewegen, Corona-Bonds zu etablieren.
Foto:

iStockphoto/ Getty Images

Die Grenzen Europas sind wieder geschlossen, der Krisenmodus führt zu einem europäischen Rückfall in nationale Sonderwege - und dies ruft nun deutsche Intellektuelle auf den Plan. Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler appellieren in einem offenen Brief an die Bundesregierung, endlich dem Auflegen von Corona-Bonds zuzustimmen. So könne sie praktische Solidarität mit Italien, Spanien und Frankreich zeigen, heißt es darin.

Wörtlich schreiben die Autoren: "Die Länder der Europäischen Union müssen sich - auch im ureigenen deutschen Interesse - ökonomisch maximal gemeinsam solidarisch verhalten und sich gegenseitig absichern. (...) Die Lage verlangt konkrete, sofortige Solidarität, sprich: Corona-Bonds zu etablieren, gemeinsame, von den Eurostaaten emittierte Anleihen." Es sei wichtig, dies in die Wege zu leiten, bevor die Abwärtsspirale eine noch größere Eigendynamik entwickle.

Wichtig sei dies aus ethischen Gründen genauso wie aus kulturellen, sozialen und eben ökonomischen: "Deutschland verfügt über eine enorme Kraft. Europa hat uns alles gegeben, was wir sind - jetzt ist es auch an uns, zurückzugeben."

Der Appell wurde von der Dokumentarfilmerin Regina Schilling ("Kulenkampffs Schuhe"), dem Verleger Helge Malchow und Jörg Bong (Autor der unter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec erschienenen Krimi-Reihe "Bretonische Verhältnisse") initiiert. Unterstützt wird er unter anderem von Eva und Robert Menasse, Carolin Emcke, Claus Leggewie, Hartmut Rosa, Christoph Ransmayr, Roger de Weck, Uwe Timm, Nora Bossong sowie Jan und Aleida Assmann.

nm
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.