Coronadebatte um Streamingdienst Auch Meghan und Harry kritisieren Spotify

Die Musiker Neil Young und Joni Mitchell lassen ihre Werke bei Spotify entfernen, aus Protest gegen Corona-Verharmlosung in einem beliebten Podcast. Nun äußern Prinz Harry und Meghan ebenfalls Bedenken.
Millionenvertrag: Harry und Meghan äußern sich kritisch über Spotify-Podcasts zu Corona

Millionenvertrag: Harry und Meghan äußern sich kritisch über Spotify-Podcasts zu Corona

Foto: Andrew Milligan / picture alliance/dpa

Prinz Harry und seine Frau Meghan haben gegenüber Spotify ihre Besorgnis über Covid-19-Fehlinformationen im Streamingdienst zum Ausdruck gebracht. Sie wollen aber weiterhin mit dem schwedischen Unternehmen zusammenzuarbeiten, wie ein Sprecher ihrer Stiftung im Namen der Ex-Royals bekannt gab.

Seitdem sich Harry und Maghan 2021 aus der engeren Königsfamilie zurückgezogen haben, leben sie mit ihren beiden Kindern im kalifornischen Santa Barbara. Neben einem Netflix-Vertrag für eine Familienserie haben sie vor knapp zwei Jahren auch einen Vertrag für einen Spotify-Podcast abgeschlossen und sollen dafür rund 18 Millionen Pfund erhalten.

Der Streaming-Riese hat zuletzt zwei namhafte Künstler verloren: Ende Januar kündigte der kanadische Musiker Neil Young an, seine Musik dort zu entfernen; die Sängerin Joni Mitchell zog aus Solidarität nach. Spotify sei »zu einem Ort der potenziell tödlichen Desinformation über Covid geworden«, kritisierte Young und bezeichnete einen Podcast des umstrittenen US-Comedians Joe Rogan als »Lügen, die gegen Geld verkauft werden«.

Als Podcast-Host erreicht Rogan pro Episode von »The Joe Rogan Experience« rund elf Millionen Hörer und hatte Ende Dezember den US-Virologen und Impfgegner Robert Malone zu Gast. Anfang Januar haben 270 Wissenschaftler und Mediziner einen Brief unterzeichnet, in dem sie Spotify aufforderten, gegen Rogan vorzugehen. Sie warfen ihm vor, Unwahrheiten im Podcast verbreitet zu haben.

Harry und Meghan äußern nun ebenfalls Bedenken. »Millionen Menschen sind jeden Tag von den schwerwiegenden Schäden durch ausufernde Fehl- und Desinformationen betroffen«, sagte der Sprecher ihrer Archewell-Stiftung. »Wir haben Spotify gegenüber weiterhin unsere Bedenken geäußert, um sicherzustellen, dass Änderungen an der Plattform vorgenommen werden, um zur Bewältigung dieser Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit beizutragen.« Wenn Spotify dies erreiche, seien Harry und Meghan entschlossen, die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Spotify hat sich zur Kritik von Meghan und Harry bislang nicht geäußert. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, man habe daran gearbeitet, »die Sicherheit für die Zuhörer mit Freiheit für die Urheber« in Einklang zu bringen.

nga/reuters