Corona-Hilfen Von der "Kulturmilliarde" wurden erst 50 Millionen Euro ausgegeben

Von den im Juni versprochenen Finanzhilfen für die Kulturszene wurde bisher nur ein Bruchteil bewilligt. Warum? Die Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagt, die Umsetzung sei "nicht banal".
Kulturstaatsministerin Grütters (Archivbild vom 12. Oktober)

Kulturstaatsministerin Grütters (Archivbild vom 12. Oktober)

Foto:

Frank Hörmann / Sven Simon / imago images

Im Juni hatte Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur, dem Not leidenden Kulturbetrieb eine Milliarde Euro für Hilfsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Doch bis Mitte Oktober wurden von dieser "Kulturmilliarde" erst rund 50 Millionen Euro verteilt. Das bestätigte ein Sprecher von Grütters dem SPIEGEL.

20.000 Anträge seien in dieser Zeit bewilligt worden. Man könne nicht alle Maßnahmen gleichzeitig an den Start bringen, sagte Grütters dem SPIEGEL. Diese seien maßgeschneidert und müssten im Regelfall mit den Ländern vorbesprochen sowie von Bundesfinanzministerium und Bundesrechnungshof genehmigt werden. Außerdem müsse man erst einmal die logistischen Voraussetzungen schaffen.

"Das ist alles nicht banal", so Grütters. "Bei allem Verständnis dafür, dass es manchem noch immer nicht schnell genug gehen mag: Wir dürfen nicht vergessen, dass es hier um einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern geht."

Um Künstler und Galeristen zu unterstützen, war außerdem der Ankaufsetat für die Kunstsammlung des Bundes erhöht worden, von normalerweise 500.000 auf drei Millionen Euro. Davon sollten etwa 150 Werke erworben werden. Laut Grütters hat sich die Kommission bisher auf lediglich 50 Ankäufe verständigt.

uk
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.