Coronakrise "Süddeutsche Zeitung" und "Zeit" führen Kurzarbeit ein

Die Anzeigenkunden bleiben aus, die Werbeerlöse gehen zurück: Auch wenn die Nachfrage nach Nachrichten steigt, kämpfen viele Medienhäuser mit der Coronakrise. Nun starten immer mehr Verlage ein Sparprogramm.

Die Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" wird wegen der Coronakrise in Kurzarbeit geschickt. Diese werde bei allen Redakteuren gleichermaßen angewendet, um den Umfang an Kurzarbeit für einzelne zu reduzieren, maximal solle die Kürzung 15 Prozent der Arbeitszeit betragen. Das teilte die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), zu der die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") gehört, mit.

Der SWMH-Konzern begründete die Entscheidung auch damit, dass es derzeit wegen der Coronakrise weniger Ereignisse gebe, über die die Ressorts Sport, Kultur und Regionales berichten könnten. Der Seitenumfang der überregionalen Tageszeitung mit Hauptsitz in München sei um bis zu 23 Prozent reduziert.

Auch "Die Zeit" wird für drei Monate Kurzarbeit einführen. Dies bestätigte eine Sprecherin gegenüber dem Medienmagazin "Horizont". Die Kurzarbeit gelte dort ebenfalls für die Print-Redaktion, hieß es. Außerdem würden Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Geschäftsführer Rainer Esser in dieser Phase jeweils auf ein Viertel ihres Gehaltes verzichten.

Medienhäuser in Deutschland müssen derzeit zum Teil starke Rückgänge im Anzeigengeschäft verkraften, denn die Werbeerlöse gehen zurück. Auch Einnahmen aus Events und Veranstaltungen bleiben wegen der Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise aus.

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Nachrichten stark gestiegen. Bei der "Süddeutschen Zeitung" etwa stieg die Nutzerzahl von digitalen Inhalten von Februar auf März um fast 80 Prozent, wie es von dem Konzern hieß.

Zuvor hatten bereits die Funke Mediengruppe, der "Tagesspiegel", der Springer Verlag und Gruner + Jahr Kurzarbeit geprüft. Auch die SPIEGEL-Gruppe will zehn Millionen Euro einsparen.

evh/dpa
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