Gesellschaft für deutsche Sprache »Corona-Pandemie« ist das Wort des Jahres 2020

»Einfallsreich« ist das Wort des Jahres 2020 jedenfalls nicht. Stattdessen kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff »Corona-Pandemie«. Was sie nicht sagen.
»Corona-Pandemie« steht bei der Wahl zum Wort des Jahres 2020 unangefochten an der Spitze

»Corona-Pandemie« steht bei der Wahl zum Wort des Jahres 2020 unangefochten an der Spitze

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Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Das Wort »Corona-Pandemie« sei vielfach als Wort des Jahres 2020 erwartet worden, schreibt die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in ihrer Begründung für ihre Wahl. Und tatsächlich hat der Begriff wenig überraschend das Rennen gemacht. Als Wort des Jahres stehe »Corona-Pandemie« nicht nur für die nach Ein­schätzung von Bundeskanzlerin Merkel ebenso wie vieler Fachleute schwerste Krise seit dem 2. Welt­krieg, so schreibt die Jury in ihrer Mitteilung weiter.

Der Begriff stehe sprachlich auch für eine Vielzahl neuer Wortbildungen: Coronavirus, -krise, -zah­len, -jahr, Corona-Demo, -Hotspot, -Warn-App, coronabedingt, -geplagt. Das Ausmaß der Pandemie lässt sich auch am Rest der Top Ten ablesen, die sich beinahe ausschließlich daraus speist.

Die komplette Top Ten

  1. Corona-Pandemie

  2. Lockdown

  3. Verschwörungserzählung

  4. Black Lives Matter

  5. AHA

  6. systemrelevant

  7. Triage

  8. Geisterspiele

  9. Gendersternchen

  10. Bleiben Sie gesund!

Mit »Black Lives Matter« und »Gendersternchen« schafften es nur zwei Wörter auf die Liste, die nichts mit Corona zu tun haben. In ihrer ausführlichen Begründung schreibt die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache, in den Köpfen der Menschen habe sich eine neue Zeitrechnung etabliert: vor und nach Corona. Eine Internetrecherche habe Ende November für die Redewendung »in Zeiten von Corona« neun Millionen Belege erbracht.

Besonderes Augenmerk legt sie auf die Verwendung des Begriffes »Corona«: Aus der Bezeichnung für das Virus, das ursprünglich »Strahlenkranz der Sonne« bedeutet, habe sich ein eigenes Kurzwort entwickelt, das je nach Verwendung verschiedene Bedeutungen übermitteln kann. Der sprachlichen Kreativität habe das Virus jedenfalls nichts anhaben können. Als Beispiele für Wortneuschöpfungen nennt die Gesellschaft für deutsche Sprache etwa »langvirig«, »Corontäne« und »Covidioten« für Corona-Leugner.

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So eindeutig wie 2020 fällt die Wahl auf ein Wort des Jahres nicht immer aus. 2019 etwa kürte die GfdS den Begriff »Respektrente«, während der immer noch sehr präsente Begriff »Fridays for Future« nur auf Platz drei landete. Das Wort des Jahres wurde erstmals 1971 gekürt (damals: »aufmüpfig«), seit 1977 regelmäßig (»Szene«).

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