Empfehlungen für digitale Archive Auf zum virtuellen Museumsbesuch

Museen bleiben wegen der Corona-Pandemie geschlossen, doch im Netz öffnen sie sich: unsere Empfehlungen für virtuelle Rundgänge und Digitalangebote weltweit.
Blick ins Bode-Museum Berlin

Blick ins Bode-Museum Berlin

Foto: Bode Museum

Fast überall schließen Museen und Ausstellungshäuser wegen der Coronakrise. Der virtuelle Rundgang, den immer mehr von ihnen anbieten, kann den leibhaftigen Besuch nicht ersetzen. Vielleicht ist er aber auch schlicht ein ganz anderes Erlebnis: Hier stellen wir Ihnen Museen und ihre Digitalangebote vor.

Der Louvre digital

Der Louvre digital

Foto: Louvre Museum

1. Louvre

Die "Mona Lisa" lässt sich ohne Selfie-Schlangen vermutlich ohnehin nur virtuell erleben. Doch auch jenseits von Leonardo da Vincis Porträt der Lisa Gherardini lohnt sich der digitale Besuch eines der größten Kunstmuseen weltweit: Neben einem umfangreichen Digitalarchiv mit Kunstwerken der eigenen Sammlung bietet der Louvre zum Beispiel Onlinetouren  durch die Abteilung des ägyptischen Altertums. Über die Plattform Youvisit können zahlreiche Ausstellungsräume, Hallen und die Außenarchitektur sowohl des historischen Bauwerks als auch der berühmten Glaspyramide des Architekten Ieoh Ming Pei in 360 Grad  bewundert werden.

2. Bode-Museum

Eines der virtuell am besten zugänglichen Museen in Deutschland dürfte das Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin sein. Seit Ende 2015 können Erdgeschoss und der größte Teil des Obergeschosses in komplettem 360-Grad-Panorama  besichtigt werden. Mit wenigen Mausklicks schreitet man durch die prächtigen Räume des Hauses, über rote Teppiche und Marmorböden in nahezu alle Ausstellungsräume. Im Gegensatz zu vielen anderen Digitalrundgängen sind hier alle 850 ausgestellten Skulpturen und Gemälde online zu sehen. Mehrere Hundert eingebaute Verlinkungen führen mit einem Klick zum jeweiligen Digitalarchiv, in dem man mehr über die einzelnen Werke erfahren kann.

3. Digital Art Museum

An der Grenze zum Digitalkitsch: Das Digital Art Museum

An der Grenze zum Digitalkitsch: Das Digital Art Museum

Foto: Digital ArtMuseum/ TeamLab

In dem Tokyoter Museum ist digitale Kunst knallbunt, flimmernd und im permanenten Schwebezustand, stets im Übergang vom einen in den anderen Zustand. "Grenzenlose Kunst" versprachen die Museumsmacher von teamLab Borderless , als das Museum 2018 seine Türen öffnete. Das nur mit einer Spezial-App erfahrbare, immersiv angelegte Spektakel erinnert auf Bildern stark an die Neonhöllen in Gaspar Noés Film "Enter the Void": In ihren besseren Momenten muten die changierenden Werke wie der "Infinity Mirrored Room" der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama an, in ihren schlechteren erinnern sie an Sonnenblumenteppiche im Schwarzlichtkeller. Wer lieber erst einmal den Außenblick bewahrt, findet auf der Museumswebsite zahlreiche Videos, in denen der Digitalkitsch zur Höchstform aufläuft.

Preisgekrönt: Der virtuelle Rundgang des Metropolitan

Preisgekrönt: Der virtuelle Rundgang des Metropolitan

Foto: Metropolitan Museum of Art

4. Metropolitan Museum of Art

Das Metropolitan Museum of Art zählt zu den Vorreitern virtueller Museumsrundgänge. Während andere erst langsam nachziehen und dabei häufig auf Partner wie das Google Cultural Institute zurückgreifen, hat das größte Kunstmuseum der Vereinigten Staaten mit dem preisgekrönten Onlineprojekt The Met 360° Project  die Sache selbst in die Hand genommen. Sechs mehrminütige Videos führen Besucher durch ikonische Ansichten des Ausstellungshauses, die übrigens durchweg belebt sind - in der mächtigen Eingangshalle von Architekt Richard Morris Hunt werden gerade die gigantischen Vasen bestückt, im American Wing durchschreiten Besucher das Bild oder zeichnen Kunststudierende zwischen den Skulpturen der Sammlung.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

5. Städel Museum

Keinen direkten Rundgang durch die Ausstellungsräume, aber doch einen umfassenden Einblick in die Ausstellungen sowie in die Sammlung des eigenen Hauses bietet das Frankfurter Städel Museum. Das mehrfach für den Grimme Online Award nominierte Digitalangebot  ist überzeugend gestaltet und intuitiv bedienbar - allein in der virtuellen Sammlung kann man nach eigenen Schlagworten suchen oder vorkuratierte Themen auswählen. Mit den sogenannten Digitorials lassen sich auch vergangene Sonderausstellungen nochmals erkunden, und der eigens konzipierte Onlinekurs funktioniert wie ein Grundlagenseminar in Sachen moderne Kunst.

Nur digital besuchbar ist das VR Museum of Fine Art

Nur digital besuchbar ist das VR Museum of Fine Art

Foto: The VR Museum of Fine Art

6. The VR Museum of Fine Art

Das VR Museum of Fine Art  treibt das Prinzip "virtueller Museumsbesuch" auf die Spitze (ein VR-Headset ist Voraussetzung für den Rundgang): Es existiert ausschließlich im digitalen Raum. Trotzdem erhält es regelmäßig höchste Bewertungspunkte begeisterter Besucherinnen und Besucher. Die Exponate, die hier zu sehen sind, borgt sich das Museum bei seinen realen Kollegen. Jenseits geografischer Koordinaten kann man hier zwischen weltberühmten Skulpturen und Gemälden umherlaufen, die hauseigene Ausstellungsbroschüre durchblättern und einige Dinge tun, die sonst aus naheliegenden Gründen verboten sind, denn, so das Versprechen der Game-Macher: "Wir werden niemandem verraten, wenn du die Ausstellungsobjekte berührst! Hier gibt es keine Absperrbänder und Glaskästen."

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.