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Coup mit der Bundesliga

aus DER SPIEGEL 14/1995

Mit »ran«, der Bundesliga-Show von Sat 1, waren die Honoratioren des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) bisher recht zufrieden. Nette Begleitartikel der Bild-Zeitung, die dem Sat-1-Eigner Axel Springer Verlag gehört, hätten für gute Promotion gesorgt, glauben sie. Doch nun lockt eine bisher unvorstellbare Allianz zwischen Privat-TV und Öffentlich-Rechtlichen: RTL, ARD und ZDF offerieren dem DFB jährlich 150 Millionen Mark für die TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga. Für die drei Spielzeiten, die der DFB von 1997 an vergibt, müßte das gemischte Trio 450 Millionen Mark zahlen. Die Hauptlast trägt die ARD: Sie will die »Sportschau«, die Heribert Faßbender mit dem puscheligen Charme eines Hausvaters moderiert, um 18 Uhr revitalisieren. Für das ZDF bliebe die Zweitverwertung im »Aktuellen Sport-Studio« - und für RTL sonntags die zeitversetzte Übertragung eines vollen Spiels, garniert mit Werbeblöcken und Fachgesimpel. Der »gelebte Dualismus« (RTL-Chefredakteur Hans Mahr) bringt Springer und seinen Großaktionär Leo Kirch in Not. Die beiden verwerten seit 1992 für jährlich 140 Millionen Mark die Kick-Rechte, vor allem für ihre Filiale Sat 1.

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