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CSSR: Überleben mit Steckschuß

aus DER SPIEGEL 31/1978

Vor zehn Jahren fand der »Prager Frühling« sein gewaltsames Ende. Zum traurigen Jubiläum erscheint jetzt bei S. Fischer ein »Almanach tschechischer Literatur 1968-1978«, dessen von verfemten und verfolgten Autoren stammende Beiträge in Prag eingesammelt wurden. Das Taschenbuch (Titel: »Stunde namens Hoffnung") wird vom Mitherausgeber Ludvik Vaculik ironisch als ein Überlebensbeweis deklariert: »Wir leben doch weiter ... zwar mit einem Steckschuß im Körper, aber mit einem gut eingekapselten Steckschuß kann man, besseren Ärzten zufolge, angeblich ewig leben ...« Die Prager Anthologie ist nicht die einzige Publikation zum historischen Gedenktermin: Gleichzeitig kommt ein 5. Fischer-Taschenbuch des emigrierten CSSR-Historikers Vilém Precan heraus: »Die sieben Jahre von Prag 1969 -- 1976. Briefe und Dokumente aus der Zeit der »Normalisierung"«. Und genau am zehnten Jahrestag des Sowjet-Einmarschs in Prag, am 21. August, wird der einstige Dubcek-Gefährte Zdenek Mlynár in Köln aus seinem neuen Memoirenbuch »Nachtfrost« (EVA) vorlesen -- auf einer Veranstaltung, bei der auch Günter Graß sprechen wird: über »Kafka und seine Vollstrecker«.

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