Pulitzerpreisträger Danish Siddiqui bei Gefechten in Afghanistan gestorben

Für seine Bilder zur Rohingya-Flüchtlingskrise gewann er den Pulitzerpreis. Nun ist der auf Krisen und Kriege spezialisierte Fotograf Danish Siddiqui in Afghanistan erschossen worden.
Danish Siddiqui (1980–2021)

Danish Siddiqui (1980–2021)

Foto: REUTERS

Wie gefährlich die Arbeit in der stark umkämpften Provinz Kandahar ist, hatte Danish Siddiqui erst Anfang der Woche auf Twitter mit Bildern und Videos  gezeigt, unter anderem war ein in einem fahrenden Auto aufgenommenes Video zu sehen, das zeigt, wie das Fahrzeug von Schüssen getroffen wird. Nun wurde bekannt, dass der Reuters-Fotograf und Pulitzerpreisträger bei Gefechten zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Taliban-Kämpfern ums Leben gekommen ist.

Reuters-Präsident Michael Friedenberg und Chefredakteurin Alessandra Galloni schrieben am Freitag in einer Mitteilung: »Wir sind zutiefst traurig zu erfahren, dass unser Fotograf Danish Siddiqui in Afghanistan getötet wurde.« In der Mitteilung hieß es, Siddiqui sei am Freitag vor dem tödlichen Angriff bereits durch ein Geschoss am Arm verwundet worden. Er sei danach behandelt worden und auf dem Weg der Besserung gewesen.

Siddiqui sei mit afghanischen Spezialeinheiten in der Provinz Kandahar in der Nähe zu Pakistan unterwegs gewesen, als diese am Freitagmorgen am strategisch wichtigen Grenzübergang Spin Boldak angegriffen worden seien.

Ein Sprecher der Provinzverwaltung von Kandahar sagte, der Fotograf sei sehr wahrscheinlich von einem Scharfschützen der Taliban erschossen worden.

Der 1980 geborene Siddiqui dokumentierte seit 2010 für die internationale Nachrichtenagentur Reuters mehrere große Krisen – von Kriegen in Afghanistan und dem Irak bis zu Protesten in Hongkong. 2018 war er Teil eines Fotografenteams, das den renommierten Pulitzerpreis für Fotos zur Rohingya-Flüchtlingskrise gewann. In jüngster Zeit berichtete er aus Indien, als Coronapatienten während der heftigen zweiten Welle vor den Türen überfüllter Krankenhäuser starben und Hunderttausende Wanderarbeiter vor einem strikten Lockdown flohen.

cbu/dpa/Reuters
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