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Theater Das Autorenrennen

aus DER SPIEGEL 22/1996

»Zwei und zwei ist nicht vier.« So paradox begründete Robin Detje im vergangenen Jahr die Jury-Auswahl bei den ersten Autorentheatertagen in Hannover, und kein zweites Jury-Mitglied protestierte. Weil die Jury nur aus Detje bestand und die subjektive Auswahl von vier Inszenierungen eine Kampfansage an all die Proporzgremien war, die sich doch nur auf Kompromisse einigen können. In diesem Jahr nun durfte ein anderer den kleinen König in Hannover spielen: Reinhardt Stumm, 65, Feuilletonchef der Basler Zeitung. Vier Inszenierungen neuer Texte hat er aus den Spielplänen deutschsprachiger Theater herausgesucht. Von Pfingstsonntag an werden sie im »Ballhof« des Staatstheaters Hannover als Gastspiele zu sehen sein. Am 1. Juni folgt dann »Die lange Nacht der Autoren": die Werkstattinszenierungen von vier noch ungespielten Stücken, die Stumm als einsamer Juror aus 217 eingesandten ausgewählt hat. Darunter ist auch »Der graue Engel« des 28jährigen Moritz Rinke, in dem sich eine gealterte Diva an vergangene Zeiten erinnert. Stumm lobt vor allem die »Eleganz« dieses Textes. Obwohl er ja niemandem Rechenschaft schuldet.

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