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Kino in Kürze Das Mambospiel

aus DER SPIEGEL 13/1998

Ein alternder Schauspieler faselt davon, einen Film zu machen. Aber er hat kein Geld, und leider glaubt auch keiner an seine Talente. Ende, Vorhang, Applaus: ein prima Verlierer-Drama? Leider nicht. Denn seine ehemalige Geliebte Maria findet Geld aus einem Bankraub - und hat nichts Besseres zu tun, als wieder mit ihm anzubandeln. Und dann geht dieser Faselfilm, der Deutschland im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale vertrat, erst in die Anfangsgerade: als Beziehungs-Catch-as-catch-can, als Farce, als Filmzitatesammlung, als Vater-Tochter-Minidrama und als Kalauerhalde. Aber das Chaos ist nicht schräg, wie sein Macher (Regie und Hauptrolle: Michael Gwisdek) wohl glaubt, sondern einfach nur schief. Und daß das »Mambospiel« in seinen vielen Ach-und-Krächen autobiographisch sein soll (Gwisdeks Gattin Corinna Harfouch spielt die Maria), weckt allenfalls Achtung vor der kriegerischen Ausdauer des Paars. Wie erklärt Maria ihrem selbstmitleidigen Anti-Helden: »Du brauchst keine zwei Millionen, um einen Film zu machen. Du brauchst zwölf Mark, um ins Kino zu gehen.« Wohl wahr.

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