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»DAS WIRD EIN UNGLAUBLICHES FEST«

Von der Kunst der kommenden Jahrzehnte macht sich der Künstler Nicolas Schöffer, 57, ein genaues Bild; sie wird, so sieht er voraus, zugleich schön und wissenschaftlich sein. In dieser Richtung hat der gebürtige Ungar, der seit 1936 in Paris lebt, schon kräftig vorgearbeitet, hauptsächlich mit spiegelblanken, bewegten und bunt angestrahlten Skulpturen, die ihm 1968 den großen Plastik-Preis der Biennale von Venedig eintrugen. Noch höher hinaus will Schöffer mit einem riesigen »Lichtturm«, der statistische Daten in künstlerische Farbenspiele umsetzen und bis etwa 1975 bei Paris errichtet werden soll; mit Hilfe eingebauter Restaurants und Sendestationen soll das Projekt (geschätzte Kosten: 60 Millionen Mark) finanziert werden. Schöffers verstiegenste Vision jedoch -- halb Traum vom Paradies, halb Science-fiction-Horror -- ist eine technisch und ästhetisch durchgeplante Stadt, wie er sie in seinem Buch »La Ville cybernétique« (Verlag Tchou, Paris) entwirft und als notwendig propagiert. Der SPIEGEL druckt, in einer gekürzten Fassung, ein Gespräch, das Schöffer mit dem französischen Nachrichtenmagazin »L'Express' führte.
aus DER SPIEGEL 7/1970
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