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Gestorben Dean Stockwell, 85

aus DER SPIEGEL 46/2021
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Courtesy Everett Collection / ddp

Schon in den Vierzigerjahren stand er als Kinderdarsteller mit großen Hollywoodstars vor der Kamera – unter ihnen Frank Sinatra, Gene Kelly und Gregory Peck. Und mit 23 Jahren erhielt er 1959 bei den Filmfestspielen von Cannes den Darsteller­preis für das Krimidrama »Der Zwang zum Bösen«, in dem er neben Orson Welles einen Studenten spielte, der den vermeintlich perfekten Mord plant. Dean Stockwells Karriere bekam in den Sechzigerjahren trotzdem eine Delle – wohl auch deshalb, weil er den Marihuanaduft der aufkommenden Gegenkultur schnupperte. Er lebte als Hippie, begeisterte sich für freie Liebe und experimentierte mit Drogen. Mitte der Achtzigerjahre wollte er der Filmindustrie endgültig den Rücken kehren und sich als Im­mobilienmakler selbstständig machen – doch dann vermit­telte ihm Harry Dean Stanton einen Part in Wim Wenders' »Paris, Texas«. Stockwell war wieder im Geschäft. Als Überlebender des alten Hollywood verkör­perte er fortan vor allem kunstvoll gebrochene Hard­boiled-­Typen. 1986 legte er als Kri­mineller in David Lynchs »Blue Velvet« mit schmachtendem Blick und offenem Rüschenhemd einen bizarren – und unvergesslichen – Auftritt zu einer Roy-Orbison-Ballade hin. Als liebestoller Gangsterboss an der Seite von Michelle Pfeiffer in »Die Mafiosi-Braut« kam er 1989 als bester Nebendarsteller in die Auswahl für den Oscar. Für seine Rolle im TV-Zeitreiseabenteuer »Zurück in die Vergangenheit« (1989 bis 1993), wurde er mit dem Golden Globe geehrt. Dean Stockwell starb am 7. November.

CBU
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