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Der Autor als Schnitter

aus DER SPIEGEL 43/1988

Aus dem Nachlaß des Schriftstellers Rolf Dieter Brinkmann, der 1975 bei einem Autounfall starb, hat seine Witwe Maleen jetzt ein grelles Collagen-Buch herausgegeben: ein irrlichterndes Kompendium aus Bildfetzen und Comics, Fremdtexten und (maschinenschriftlicher) Brinkmann-Prosa, aus Prospektmaterial und Sexualphotos. (Rolf Dieter Brinkmann, »Schnitte«. Rowohlt Verlag; 160 Seiten; 48 Mark). Der Autor hat das verstörende Abbild »einer gespenstischen inneren wie 'äußeren' Landschaft«, so seine Witwe im Nachwort, 1973 überwiegend in Italien zusammengestellt. »Schnitte« kann als Brinkmanns letztes Tagebuch aus der Zeit seines Aufenthalts in der römischen Künstler-»Villa Massimo« betrachtet werden. Nicht zufällig fallen in dieselbe Zeit Drogenexperimente des Verfassers und die Beschäftigung mit Magie.

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