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LITERATUR Der Zufall und die Liebe

aus DER SPIEGEL 36/2007

Es gibt Menschen, die das Leben leicht nehmen. Zu denen gehört Maynard Gogarty eindeutig nicht. Ganz im Gegenteil: Der nicht mehr ganz junge New Yorker ist drauf und dran, ein zölibatärer Spinner zu werden, der Krawattenclips trägt, ästhetisch wertvolle Kurzfilme ohne Handlung dreht und sich den Kopf unnötig über Fragen von Würde und Anstand zerbricht.

Dieses Schicksal muss abgewendet werden, und das wird es auch im ersten Roman des jungen amerikanischen Autors Rudolph Delson: »Die Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe«.

Delson, 32, hat einen charmant-schrulligen Roman in Stimmen verfasst. Alle Menschen, die in Maynards Leben verwickelt sind, kommen zu Wort, außerdem Maynard selbst. Aus diesem Stimmengewirr setzt sich die Handlung zusammen - die sich als Romanze entpuppt, so beschwingt erzählt, als hätte Woody Allen ausnahmsweise gute Laune.

Am Ende stellt der Leser fest, dass er nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch einen Familienroman und einen 9/11-Roman gelesen hat. Und dass er, ganz klar, vollkommen überzeugt ist von der Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe.

Rudolph Delson: »Die Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe«. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Nagel & Kimche Verlag, Zürich; 392 Seiten; 21,50 Euro.

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