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Deutsche Chronik der Daguerreotypie

aus DER SPIEGEL 5/1979

Die Photo- und Photobücher-Welle rollt, auch weit zurück. Jetzt legt der Hamburger Experte Fritz Kempe eine akribische Geschichte der »Daguerreotypie in Deutschland« vor (Heering-Verlag; 70 Mark), die mit vielen Bilder-Funden und Archiv-Lesefrüchten die Photo-Frühzeit erhellt. Die 1839 von ihrem (Mit-)Erfinder Daguerre veröffentlichte Technik, auf silberbeschichteten Platten Licht-Bilder festzuhalten, ergab Aufnahmen von zartem Schimmer und feinster Modellierung, die allerdings empfindlich, seitenverkehrt und weder multiplizier- noch retuschierbar waren. In Konkurrenz zu frühen Varianten der Negativ-Positiv-Photographie herrschte die Daguerreotypie rund zwei Jahrzehnte lang hauptsächlich bei Porträts vor und überlieferte so eine distinguierte Galerie von Biedermeier-Zeitgenossen. Viele Daguerreotypisten waren zuvor Miniaturmaler gewesen, etwa Carl Ferdinand Stelzner, der neben Bildnissen aber auch die »ersten News-Photos der Welt« (Kempe), vom Hamburger Stadtbrand 1842, hinterlassen hat.

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