Umstrittene Objekte der Kolonialzeit Deutschland gibt mumifizierte Maori-Köpfe zurück

Sie dienten lange als Ausstellungsstücke im Museum: Jetzt hat die Bundesrepublik vier mumifizierte Männerköpfe an Neuseeland zurückgegeben. Im 19. Jahrhundert waren sie Sammlerobjekte.
Konservierte Köpfe von Maori wurden in einer Zeremonie an Neuseeland zurückgegeben.

Konservierte Köpfe von Maori wurden in einer Zeremonie an Neuseeland zurückgegeben.

Foto: Christophe Gateau / dpa

"Diese Ungerechtigkeit hätte niemals passieren dürfen. Ich bin froh, dass die Vorfahren jetzt wieder zu Hause sind, wo sie hingehören", so der deutsche Botschafter Stefan Krawielicki. Der Anlass: Deutschland hat vier mumifizierte Maori-Köpfe an Neuseeland zurückgegeben. Die tätowierten Männerköpfe (Toi moko) wurden am Dienstag mit einer Zeremonie, mit Gesängen und Gebeten im Nationalmuseum des Inselstaates in Wellington empfangen.

Die Köpfe waren lange im Ethnologischen Museum in Berlin und in der Universität Göttingen aufbewahrt worden. Deutschland hatte die Rückgabe im Oktober angekündigt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach dabei von einem weiteren, wichtigen "Zeichen der Versöhnung an die vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften". Die Toi moko sollen nun so lange im Nationalmuseum "Te Papa" bleiben, bis bekannt ist, wo sie herstammen. Anschließend sollen sie in ihr Stammesgebiet gebracht werden.

Maori-Männerköpfe waren im 19. Jahrhundert begehrte Sammlerobjekte. Wegen der Nachfrage in Europa waren für den Handel auch Sklaven und Kriegsgefangene tätowiert und getötet worden. Seit 2003 hat das Nationalmuseum den Auftrag, Überreste der Maori nach Neuseeland zurückzuführen. Bisher seien bereits 600 Museumsstücke zurückgeholt worden, weitere 600 sollen folgen.

cpa/dpa
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