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Die Keun im Kino

aus DER SPIEGEL 14/1981

Sie kann die Hand nicht heben, zum Hitler-Gruß: In der Verfilmung ihres Romans »Nach Mitternacht« spielt Irmgard Keun, 71, eine Szene, die sie als junge Frau und von den Nazis angefeindete Bestseller-Autorin ("Gilgi«, »Das kunstseidene Mädchen") selber durchgestanden hat. Die Wiederentdeckung der widerspenstigen Keun -- sie ging 1936 in die Emigration -- greift nun also auch aufs Kino über. Wolf Gremm verfilmt derzeit in Berlin den schon im Exil geschriebenen Roman »Nach Mitternacht«, die letzten Tage der Menschlichkeit einer jungen Frau vor ihrer Emigration. Das Alter ego der Keun besetzte Gremm mit einem Wunderkind der Show-Branche, der 16jährigen Luxemburgerin Desiree Nosbusch, »Musicbox«-Moderatorin beim ZDF: Nach einem »Härtetest von vier Wochen« schien sie ihm die Richtige; auch die Keun fand ihre Jugend-Ausgabe »sehr niedlich«.

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