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Die Rückkehr des Molukken-Pop

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aus DER SPIEGEL 37/1985

Nach dem Abflauen der ersten Rock'n'Roll-Hysterien in der Bundesrepublik, als Adenauer regierte und der Briten-Beat noch Zukunftsmusik war, füllten nicht sehr großgewachsene dunkelhäutige Menschen in schicken Bühnenanzügen das kulturelle Vakuum deutscher Jugendlicher in US-Garnisonsstädten - in den Niederlanden lebende Indonesier, vor allem auch Molukker. In zwielichtigen Halbweltkneipen, den damaligen Treffpunkten der Jugend-Subkultur, heizten unzählige Indo-Rockgruppen mit scharfem Gitarrensound und kühnen Show-Attitüden die hochmodernen, bunt beleuchteten Glastanzflächen an. Die Molukker ließen die Welt später noch einmal aufhorchen, als sie 1975 mit einer Eisenbahn-Geiselnahme im niederländischen Beilen auf ihre Getto-Situation aufmerksam machten. Als längst überfällige Würdigung der kulturellen Verdienste der Molukker veranstaltet nun das Berliner »Tempodrom« am 14. September ein Pop-Konzert (Motto: »Moluccan Moods") - mit drei Bands, die deutlich machen werden, daß die Kinder der frühen Indo-Rocker sich nicht vor ihren Eltern verstecken müssen.

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