Journalismus zum Hören Diese Podcasts lassen uns nicht mehr los

Kopfhörer auf, Bluetooth-Box an: Elf Empfehlungen der SPIEGEL-Redaktion, mit denen Sie im schier unendlichen Podcast-Universum das Beste finden.

Bereits ein Viertel aller Menschen in Deutschland hört mindestens einmal im Monat einen Podcast. Das hat das Hans-Bredow-Institut in Hamburg herausgefunden . Gehören Sie schon dazu? Oder steht Ihnen der Einstieg in die Podcast-Welt noch bevor? Wenn Sie auf der Suche nach hörenswerten Podcasts sind oder gute Gründe suchen, sich dieses Jahr mit Podcasts zu beschäftigen: Wir haben Vorschläge gesammelt.

Der Podcast-Boom der vergangenen Jahre hat zu einer regelrechten Explosion des Angebots geführt. Rund 70.000 Podcast-Formate auf Deutsch zählt Spotify – darunter unregelmäßige Hobby-Produktionen und wöchentliche Blockbuster-Sendungen, ausufernde Insider-Gespräche und aufwendige Audioreportagen.

Warum sich das Eintauchen ins Podcast-Universum lohnt, zeigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Audioressort. Sie verraten ihre Highlights des vergangenen Jahres, elf journalistische Podcasts, die sie gern gehört haben und weiterempfehlen. Außerdem stellen wir Ihnen Highlights aus unseren eigenen Podcast-Produktionen vor.

1. Noise

Wie real die Auswirkungen von Fake News sein können, war am 6. Januar 2021 in den USA zu beobachten. Als Hunderte Menschen das Kapitol in Washington stürmten, um Joe Bidens Ernennung zum Präsidenten zu verhindern. Angetrieben wurden diese Menschen von Donald Trumps Lügengeschichte, einer angeblich gestohlenen Wahl. Fake News, ganz klar.

Podcasts: Wie funktioniert das?

Viele Podcasts können Sie im Internet auf den Seiten der Anbieter hören – zum Beispiel auch hier auf SPIEGEL.de. Oder Sie hören Podcasts unterwegs auf ihrem Handy. Dafür gibt es Apps, die bei Apple und Google zum Beispiel »Podcasts« heißen. Hier lassen sich Podcasts abonnieren, sodass neue Episoden automatisch in der App auftauchen. Auch Spotify bietet Zugriff auf Podcasts.

Es gibt auch Podcasts, die exklusiv auf einer Plattform wie Spotify oder Audible laufen. SPIEGEL Daily zum Beispiel gibt es exklusiv bei Audible und für SPIEGEL-Abonnent*innen in der SPIEGEL-App.

Fake News und Desinformationskampagnen gibt es auch in Deutschland. Bei der Bundestagswahl hat sich das besonders gezeigt. »Noise« beschäftigt sich in sechs Folgen mit dem politischen Lärm, der immer lauter wird. Der Podcast geht verschiedenen Geschichten nach, in denen politischer Einfluss durch Desinformation genommen wird. Manche Fake-News-Kampagnen finden nur in den hintersten Ecken des Internets statt, viele auf den sozialen Netzwerken, andere flackern sogar zur Primetime über unsere Fernsehschirme. Die Bundestagswahl ist vorbei, aber Fake News rund um die Coronakrise macht diesen Podcast auch weiterhin aktuell und wichtig. »Noise« hören. 

2. Welcome to your Fantasy (Englisch)

1979. Los Angeles. Frauen kreischen, jubeln, wedeln mit Dollarscheinen. Sie sind elektrisiert von den Chippendales, tanzenden, strippenden, schnauzbärtigen Männern. »Welcome to your Fantasy« geht dem Anfang dieser männlichen Playboy-Bunnies nach und schlüsselt auf, wie zwei Männer von einem »Disneyland für Erwachsene« träumten und ein globales Phänomen daraus machten. Die Historikerin Natalia Petrzela nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in eine amerikanische Kulturgeschichte – eine Geschichte von Sex, Geld und Erfolg sowie Korruption, Machtkämpfen und einem Mordfall.

Dieser Podcast ist ein bunter Mix aus schillernden Anekdoten ehemaliger Chippendales und ihren Fan, knalligen Archivtönen, treibender Musik und verrückten Vögeln aus der Unterhaltungsindustrie – und dazu noch ein spannender True-Crime-Podcast. Petrzela serviert all das mit Wortwitz und alles andere als stockig in acht Episoden. »Welcome to your Fantasy« hören. 

3. Slahi – 14 Jahre Guantanamo

Im zwölfteiligen Podcast »Slahi – 14 Jahre Guantanamo« erzählen Bastian Berbner und John Goetz sehr eindrücklich die Geschichte von Mohamedou Slahi, dem Sohn eines mauretanischen Kamelhirten. Es könnte die Geschichte eines Aufsteigers sein: mit einem Stipendium kommt er nach Deutschland, studiert, wird Ingenieur. Aber schließlich wird ihm ein Anruf seines Cousins zum Verhängnis.

Schon die Geschichte des Guantanamo-Häftlings Mohamedou Slahi ist enorm fesselnd: Was ist ihm dort widerfahren? Hat er getan, was ihm vorgeworfen wird? Doch Berbner und Goetz belassen es eben nicht dabei: Sie haben auch die Menschen aufgespürt, die Slahi dort gefoltert haben. So geht der Podcast nicht nur der Frage nach, was die Folter mit dem Gefolterten macht, sondern auch, wie die Folter die Folterer verändert. Die beiden Reporter drehen so den Spieß um, und als Zuhörer bleibt man mit der Frage zurück: Wer hat hier die Oberhand behalten? »Slahi – 14 Jahre Guantanamo« hören. 

4. Aitutaki Blues – Die letzte Reise mit meiner Mutter und Alzheimer

Claudia Schreiber hat einen Traum: Eine Reise nach Aitutaki. Vor 30 Jahren hatte sie von der kleinen Insel im Pazifik gehört, als sie von der ersten Bürgermeisterin auf der Mini-Insel las. Seitdem ist Aitutaki, ein Paradies aus Palmen und weißen Stränden, Claudias Sehnsuchtsort. Heute ist sie Anfang 60 und an Alzheimer erkrankt. Ihr 28-jähriger Sohn Lukas Sam Schreiber erzählt, wie seine Mutter Orientierung und Gedächtnis verliert. Weil die Krankheit fortschreitet, reisen die beiden auf Trauminsel irgendwo zwischen Neuseeland und Hawaii.

Bis auf etwas Propellerrattern und Meerrauschen ist von Aitutaki selbst wenig zu hören in diesem Podcast, aber viel wichtiger ist: Die Insel ist für Mutter und Sohn Raum und Zeit für tiefe, sehr private Gespräche. »Aitutaki Blues« ist ein Podcast voller Traurigkeit und Zärtlichkeit, Angst und Glück, Verzweiflung und Zuversicht. Mutter und Sohn sprechen in sieben Folgen so offen, dass es einem manchmal entgegenschlägt: Über die Wucht der Krankheit, über Fehler und Erfüllung im Leben und die Hoffnung auf einen selbstbestimmten Tod. Hört man dabei zu, bekommt man mal Gänsehaut, mal lacht man genauso mit Mutter und Sohn. »Aitutaki Blues« bei Audible hören. 

5. Die Nachbarn – Der Fall Andreas Darsow

In der mehrteiligen Investigativreportage »Die Nachbarn« arbeiten Leonie Bartsch und Linn Schütze den Fall Andreas Darsow neu auf. Darsow war 2009 wegen des Mordes an seiner Nachbarsfamilie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er beteuert bis heute seine Unschuld, außerdem kritisieren Experten die Prozessführung.

Die Reporterinnen reisen in die hessische Provinz, gewinnen den Eindruck florierender Kriminalität, sie sprechen mit Darsows Familie, den Zeugen von damals, und sie kommen zu dem Schluss: Die Indizienkette, die zu Darsows Verurteilung führte, trägt nicht. Schuld daran ist eine systemische Lücke in der deutschen Justiz.

Bartsch und Schütze moderieren den Podcast »Mord auf Ex« und betten diesen Dreiteiler in das Format ein. Sie erzählen selbst von ihren Recherchen – das holpert manchmal, die beiden sind keine professionellen Sprecherinnen. Trotzdem ist ihre Reportage absolut hörenswert: »Die Nachbarn« zeigt, was passieren kann, wenn sich Polizei und Gericht trotz fehlender Beweise sehr früh auf einen Täter festlegen. »Die Nachbarn« hören. 

6. 544 Days (Englisch)

Es beginnt alles mit einer Avocado und einem Crowdfunding. Denn in Iran gibt es keine Avocados, die allermeisten Menschen kennen die grünen Früchte nicht einmal. Sie verpassen etwas, findet zumindest Jason Rezaian. Der Amerikaner mit iranischen Wurzeln startet 2010 also eine Crowdfunding-Kampagne, um eine Avocado-Farm in Iran zu bauen. Eine verrückte Idee, die Rezaian Jahre später bereuen wird.

Die Kampagne scheitert, Rezaian hat neue Ziele: 2012 wird der Freelance-Journalist zum Iran-Korrespondenten für die »Washington Post«. Es gibt für ihn jetzt wichtigere Themen als Avocados. Was er nicht ahnt: Der US-Geheimdienst CIA hat ein Programm gestartet zur Überwachung feindlicher Regime. Codename: »Project Avocado«.

Es ist unklar, ob das zu einem Missverständnis führt oder ob das iranische Regime die Avocado-Spur knallhart als Vorwand nutzt, um Jason Rezaian zu seiner Geisel zu machen. Jedenfalls wird er 2014 festgenommen, landet in Isolationshaft. Der Verdacht: Er sei ein amerikanischer Spion.

544 Tage bangt der Journalist um seine Freilassung. Im Podcast erzählt er, wie seine Frau kurz vor der Festnahme noch illegale Alkoholvorräte verschwinden ließ oder mit welch perfiden Mitteln das Regime ihn unter Druck gesetzt hat. Außerdem sprechen hochkarätige Interviewpartner wie Ex-Außenminister John Kerry über die Verhandlungen hinter den Kulissen. Rezaian als Host kommentiert seine Geschichte mit bissigem Humor und das, obwohl sie das Zeug zum internationalen Polit-Thriller hat. »544 Days« auf Spotify hören. 

7. Decoder Ring (Englisch)

Kultur ist das, was bestimmt, wie wir arbeiten, denken oder lieben. Und: Kultur ist so allumfassend, dass sie selbstverständlich ist – und deshalb oft unsichtbar wird und unhinterfragt bleibt. An dieser Stelle setzt der fabelhafte Podcast »Decoder Ring« an. In wöchentlichen Episoden von 30 bis 60 Minuten wird unsere Alltagskultur seziert. Sei es das Genre der (bewusst nichtssagenden) Hotelkunst, die (profitorientierte) Erfindung des Hydrations-Mythos oder die (überraschend überraschende) Geschichte des Segways. In diesem Podcast werden Sie mit Geschichten versorgt, die Sie weitererzählen wollen! »Decoder Ring« hören. 

8. StoryQuarks

Mit »StoryQuarks« gelingt dem WDR, wovon in Deutschland so manche Podcast-Redaktionen palavern: ein hochwertig produziertes Format, in dem Form und Inhalt gleichermaßen bis zur Perfektion poliert werden. Wie der Name vermuten lässt, geht es um Wissenschaftsthemen, die anhand sehr persönlicher und emotionaler Geschichten erzählt werden. Zum Einstieg eignet sich besonders die Episode »Lebenslang Mathe«, in der es um einen Häftling geht, der sich im Gefängnis als Autodidakt zum anerkannten Mathematiker hocharbeitet. »StoryQuarks« hören. 

9. Aack Cast (Englisch)

Cathy ist die Hauptfigur eines Cartoons, der Tag für Tag in diversen Zeitungen in den USA erschienen ist, von 1976 bis 2010. Eine Frau, die mit Karriere und Beziehungen kämpft, darüber meist verzweifelt und manchmal »Ack« sagt. Dieser Podcast erzählt von Cathy und ihrer Urheberin Cathy Guisewite, von einer Frau in einer Männer-Comicwelt, vom sich ändernden gesellschaftlichen Klima in den USA und zuletzt einem feministischen Backlash. Keine Sorge: Man muss nicht mit Cathy aufgewachsen sein, um diesen Podcast feiern zu können.

Denn Jamie Loftus packt hier alles aus, was Podcast ausmachen kann: das persönliche, sich vortastende, nie ganz fertige Erzählen. Den Wahnsinn, wenn die Comic-Cathy erst im Podcast und später in den Träumen von Jamie Loftus auftaucht. Die Hymne, die sie für Cathy in Auftrag gegeben hat. Die persönliche Mission, die beiden Cathys gegen Kritik zu verteidigen. Die Interviews, die sie führt und nachträglich kommentiert. Was dabei verhandelt wird, die Beziehung von Generationen, von Boomern bis Gen Y, geht weit über den Comic und die USA hinaus. »Aack Cast« hören. 

(Wer jetzt immer noch mit Cathy fremdelt: Ähnlich hinreißend hat Jamie Loftus von ihrem Jahr in einem Begabten-Klub  berichtet. Auch das ist großes Podcast-Kino.)

10. 19 02 20 – Ein Jahr nach Hanau

Neun junge Menschen wurden am 19. Februar 2020 bei einem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau getötet. Wie konnte das passieren? Hätte der Anschlag verhindert werden können? Das sind die Fragen, die sich die Angehörigen der Opfer seitdem stellen. Sie fordern, dass der Fall aufgearbeitet wird und politische Konsequenzen daraus gezogen werden.

In insgesamt sechs Folgen gehen die Journalistin Sham Jaff und Reporterin Alena Jabarine den offenen Fragen nach: Sie rekonstruieren, was am Abend des 19. Februar 2020 passiert ist, recherchieren in Akten und reden mit Angehörigen, Überlebenden, Aktivist*innen und Expert*innen. Der Podcast erzählt aus einer sehr persönlichen Perspektive von der Tatnacht und dem Umgang mit dem Erlebten. Es geht um rechten Terror in Deutschland, Behördenversagen und Rassismus in der Gesellschaft. »19 02 20« auf Spotify hören. 

11. Merkel-Jahre

Nachname: Kasner, Kindheitsorte: Quitzow bei Perleberg und das Haus Fichtengrund auf dem Templiner Waldhof, Vorbilder: »Schlagersänger, Turner, Eiskunstläufer, Tänzer, Weltreisende und Zauberer«. Wer denkt da nicht sofort an Angela Merkel?

Es sind diese Details über Merkel – über die Person hinter der Kanzlerin – die den sechsteiligen Podcast »Merkel-Jahre« überraschend spannend machen. Darin ergründen die Deutschlandfunk-Journalisten Steffen Detjen und Tom Schimmeck den »unwahrscheinlichen Weg der Angela M.«

Auch dieses Porträt zeichnet selbstverständlich die großen Linien in Merkels Werdegang nach: Pfarrerstochter und Physikerin, Kohl, Stoiber, Merz und Schröder, Euro- und Finanzkrise, »Wir schaffen das« und Corona. Doch »Merkel-Jahre« fokussiert weniger auf die großen Linien, sondern betont die feineren, persönlicheren Konturen der Kanzlerinnen-Biografie. Detjen und Schimmeck nehmen die Hörer*innen mit in den Templiner Wald, sind buchstäblich auf Merkels persönlichsten Spuren. Es kommen ehemalige Lehrer und Kommilitonen zu Wort, in O-Ton-Schätzen aus dem DLF-Archiv immer wieder auch Merkel selbst. So wird das politische Leben der Altbundeskanzlerin ausgehend von den persönlichen Entwicklungen der »Angela M.« nahbar und irritierend zugleich rekonstruiert. »Merkel-Jahre« hören. 

Ronja Bachofer, Imre Balzer, Jelena Berner, Adrian Breda, Paul Heuer, Ole Reißmann, Regina Steffens

Bonus: Unsere Podcast-Folgen aus dem vergangenen Jahr, auf die wir besonders stolz sind

Zwei Tage lang konnten die Kolleg*innen von SPIEGEL Daily den Arbeitsalltag auf der Corona-Intensivstation der Berliner Charité begleiten – als erst zweites Reporter-Team seit Beginn der Pandemie, zu Beginn der vierten Welle. Und was Reporterin Regina Steffens mit teils flüsternder Stimme erzählt, hat mich erschüttert. Dass neue Inzidenz-Höchstwerte zu unserem Alltag gehören, daran habe ich mich gewöhnt. Aber dass wir sie dringend verhindern müssen, hat mir diese Folge noch mal eindrücklich vor Augen geführt.

Nicht umsonst gehört »Inside Austria« zu den Apple-Podcasts-Empfehlungen des Jahres. Denn hier hört man nicht nur die ganze wahnsinnige Geschichte von Österreichs jüngstem Kanzler; man erfährt auch viele Hintergrunddetails, die seinen steilen Aufstieg förderten und seinen plötzlichen Fall verursachten.

Sarajevo – immer wieder tauchte dieser Ort in der »Tagesschau« auf. Als Kind habe ich den Jugoslawienkrieg zuerst als Nachricht wahrgenommen, dann als historisches Ereignis. Erst als Teenager konnte ich begreifen, was da mitten in Europa passiert war. SPIEGEL-Reporter Walter Mayr hat den Zerfall Jugoslawiens hingegen hautnah miterlebt. Er hat vor Ort beobachtet, wie dieser grauenvolle Krieg ausbrach und verfolgt seitdem die Entwicklungen in der Region. Wie sehr das Geschehene bei den Menschen nachwirkt und weshalb die EU wachsam bleiben muss, habe ich durch diese Folge verstanden.

Smarter leben hat immer gute Tipps für den Alltag, aber diese Folge hat mich umgehauen. Während eines Spaziergangs an der Elbe hörte ich dem Hirnforscher Boris Nikolai Konrad zu und seiner Erklärung, wie er sich viele Dinge merken kann: Auf seinen regelmäßigen Wegen durch die Stadt, verknüpft er einzelne Details der Umgebung mit Informationen in seinem Gehirn. So wie ich jetzt jedes Mal an diese Folge denke, wenn ich am Hamburger Überseeterminal vorbeikomme.

Ein anerkannter Gewaltforscher als weiser Klima-Mahner? Für Harald Welzer nur folgerichtig, er sagt:  »Wenn sich Überlebensmöglichkeiten verändern, dann ist Gewalt immer eine Option.« Ich hatte zuvor nichts von ihm gelesen, aber diese Podcast-Folge hat mich klüger gemacht – durch Harald Welzers verblüffende Erkenntnisse und die klugen Fragen des Hosts Sebastian Spallek.

Ich kenne keinen einzigen Sieger der TV-Show »The Masked Singer«, weil mir einfach egal ist, welcher Promi sich da verkleidet. Mich interessieren nur die Kostüme: der Astronaut oder das Erdmännchen mit Latzhose. Sogar noch mehr, seit ich dank dieser Folge weiß, mit wie viel Leidenschaft die ausgebildete Maskenbildnerin Marianne Meinl ihre Kostüme entwirft. Einen Tipp von ihr habe ich mir schon mal fürs kommende Jahr gemerkt: Glitzer ist die Lösung für eigentlich jedes Problem.

Was Politik für unseren Alltag bedeutet, verdeutlicht dieser Podcast immer wieder. Auch, weil sehr verschiedene Stimmen zu Wort kommen: Ein 21-Jähriger muss wegen Mietnachzahlungen Hartz IV beantragen, eine Aktivistin will 250.000 Wohnungen vergesellschaften und eine Vermietervertreterin warnt vor Enteignungen. Wie eine gerechte Wohnungspolitik aussehen könnte, ist eine der dringenden Fragen – wie schwierig es wird, sie zu beantworten, zeigt diese Folge.

Zusammengestellt von Olaf Heuser und Lenne Kaffka.