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Don Juan de Regensburg

aus DER SPIEGEL 5/1978

Aus abgeklärter Sicht«, jedoch »mit Stolz« wollen Regensburger einen großen, illegitimen Sohn ihrer Stadt öffentlich würdigen: den Türkenbesieger Don Juan d'Austria, Sohn der Regensburgerin Barbara Blomberg, zu der Kaiser Karl V. sich 1546 außerehelich herabgelassen hatte. Als Erinnerung an den (durch nachgeburtliche Ereignisse nicht weiter mit Regensburg verbundenen) Feldherrn hat ein privates Stifterkollegium ein Don-Juan-Standbild, das in Messina steht, abgießen lassen und die Kopie der verblüfften Donaustadt spendiert. Die ist nun in Verlegenheit, die Gabe ohne größere Störung des alten Ortsbilds unterzubringen. Das 3,20 (mit Originalsockel rund 8) Meter hohe Bildwerk, zunächst bei einem Kaufhaus abgesetzt, soll je vier Wochen auf verschiedenen Plätzen Probe stehen. Die Frage, welche Reverenz überhaupt dem Abklatsch eines räumlich und zeitlich so weit entfernten Krieger-Denkmals zukommt, wird nur nebenbei diskutiert.

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