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Drei Männer im Knast

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aus DER SPIEGEL 19/1985

Lodeck, ein deutscher Seemann, Grünstein, ein jüdischer Schlachter aus Polen, und der Grieche, ein unermüdlicher Verehrer Kaiser Wilhelms (gräßlich kauderwelschend: Klaus Schwarzkopf), treffen vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in einer Pariser Gefängniszelle aufeinander. Fortan bleiben die drei in Bernhard Wickis neuem Film »Die Grünstein-Variante« - einer deutschdeutschen Koproduktion - Gefangene der Platitüden und Parabeln, die ihnen DDR-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase in den Mund gelegt hat. Als Vehikel dient Kohlhaase ein Schachspiel, das Lodeck im Knast aus Brot gefertigt hat. Geduldig wird er es Grünstein beibringen. Doch während des Kampfes am Brett verhelfen beide Spieler längst verschollen geglaubtem Darsteller-Pathos zum Sieg.

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