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Gestorben Ed Asner, 91

aus DER SPIEGEL 36/2021
Foto: Peter Kramer / AP

Berühmt wurde der Schauspieler in der Rolle des Lou Grant, des leicht reizbaren Nachrichtenchefs einer amerikanischen Lokalzeitung. Zunächst verkörperte er den harten Kerl mit sanfter Seite in einer Sitcom, von 1977 an konnte er ihn in einer eigenen, sehr erfolgreichen Serie spielen. Asner kam über einige Umwege nach Hollywood. Er hatte Journalismus studiert und am Fließband gestanden, bevor er Anfang der Fünfzigerjahre zum Militärdienst eingezogen wurde. Mit einer Theatertruppe des U. S. Army Signal Corps tourte er über europäische Armeebasen. Nach seiner Rückkehr in die Heimat bekam er erste Broadway-Engagements und TV-Rollen, in dem Kinofilm »El Dorado« (1966) stand er an der Seite von John Wayne. Jahrzehntelang war Asner einer der prägenden Fernsehschauspieler der USA, er wirkte in Serienhits wie »Roots« (1977) mit und erhielt im Lauf seiner Karriere insgesamt sieben Emmys. Asner war auch einer der großen Linken Hollywoods und Mitglied der Demokratischen Sozialisten. Eine Zeitlang stand er der Schauspielergewerkschaft vor und lieferte sich in dieser Funktion legendäre Auseinandersetzungen mit dem stockkonservativen Hollywood-Star Charlton Heston. Asner setzte sich für die Unterstützung von Holocaust-Überlebenden ein und für Wohltätigskeitsorganisationen wie Humane Borders, die sich im Süden der USA um Migranten kümmern und sie vor dem Verdursten zu retten versuchen. In einem Interview, das er noch im August dem »Hollywood Reporter« gab, sagte er, viele Wünsche seien in seinem Leben nicht übrig gelieben, er hoffe, seiner Familie genug zu hinterlassen. Ed Asner starb am 29. August in Los Angeles.

lob
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