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Edvard Munchs Arbeiter-Realismus

aus DER SPIEGEL 21/1978

Nach Nervenzusammenbruch und Klinikaufenthalt sah der norwegische Maler Edvard Munch 1909 »eine neue Ära in meiner Kunst« beginnen -- vorbei die Zeit eines mit Erotik, Krankheit und

Mondnachtstimmung

durchtränkten Symbolismus, der den Künstler bis heute berühmt macht. Dessen wenig bekannte Spät-Produktion wird jetzt vom Kunstverein in Hamburg unter dem Titel »Arbeiterbilder« erstmals außerhalb Skandinaviens präsentiert. Munch, zeigt die Ausstellung, wandte sich von »Freuden und Leiden des einzelnen« den »großen ewigen Kräften« zu. die er insbesondere in Baugruben und auch Maurergerüsten wirken sah. Entwürfe zu (unausgeführten) Monumentalzyklen für eine Schokoladenfabrik und das Osloer Rathaus scheinen zum Sozialistischen Realismus hinzuführen. Als künstlerische Steigerung jedoch läßt sich der Wandel kaum ausgeben. Im Vergleich, den eine Berliner, jetzt noch in Kiel gezeigte Munch-Ausstellung der magisch-dichten »Lebensfries«-Bilder von 1906/07 nahelegt, schneidet die alte Ära besser ab.

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