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AUSSTELLUNG Ein Thron für Barbie

aus DER SPIEGEL 32/2001

Vor ihm ist nicht einmal ein Teddybär sicher. Alles, was dem italienischen Architekten und Designer Alessandro Mendini, 69, in die Quere kommt, wird mit krachend bunten Mustern überzogen: harmlose Stofftiere ebenso wie ein neobarock gekurvter Sessel oder auch eine Bushaltestelle in Hannover. Mendini hat sich bereits in den siebziger Jahren selbständig gemacht, geprägt hat er vor allem die revival-seligen Achtziger: Hemmungslos variierte er Klassiker wie den längst verdrängten Nierentisch. Selbst eine Teekanne kann bei ihm aussehen, als habe er eine Discokugel mit einem Fernsehturm gekreuzt. Das umtriebige Multitalent bemalte Wände für McDonald's, entwarf aber auch Kleinformatiges: etwa einen Mini-Thron für Barbie-Puppen. Eigentlich ist seine designte Fröhlichkeit nur in kleiner Dosis auszuhalten. Das Westfälische Landesmuseum in Münster traut sich dennoch, ihn demnächst mit einer riesigen Retrospektive zu ehren (vom 19. August bis 21. Oktober). Als Vorboten hat Mendini schon jetzt seine bunten Totem-Pfähle vors Museum stellen lassen. Zwischen denen, schwärmt einer der Kuratoren, herrsche nun jeden Abend Party-Stimmung wie auf einer italienischen Piazza.

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