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Eine Weber-Oper von Gustav Mahler

aus DER SPIEGEL 45/1976

Selbst unter den in Mode gekommenen Ausgrabungen vergessener Kleinwerke und Früh-Stücke auf Schallplatten ist dies ein Kuriosum: »Die drei Pintos«, die jüngste Plattenpremiere eines bislang für den HiFi-Hörer noch niemals konservierten Werks, wurden 1820 begonnen (vom

»Freischütz«-Komponisten Carl Maria von Weber) und 1887 vollendet -- vom jungen Gustav Mahler. Weber-Witwe und Weber-Sohn hatten sich jahrzehntelang um einen Komponisten bemüht, der die wenigen groben Skizzen des Meisters zur Oper komplettieren sollte. Erst Enkel Carl fand einen Bearbeiter, der Webers schwer lesbare Kompositionskürzel entzifferte, das Material mit anderen Weber-Melodien anreicherte und mit eigenen Tonsätzen im Weber-Stil zusammenkittete: Mahler, damals 2. Kapellmeister am Leipziger Stadttheater, und -- so überliefert es die intime Musikgeschichte -- ein als Liebhaber von Carls Frau der Weber-Familie verpflichteter Freund.

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