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»Ergo": Millionen zur Probe verpulvert

aus DER SPIEGEL 3/1981

»Ergo«, die vor nicht ganz zwei Jahren vom Bonner Auswärtigen Amt (AA) zur Auffrischung der müden Auslandskultur-Arbeit ersonnene Hochglanzzeitschrift (geplante Auflage: 46 000) wurde vergangene Woche eingestellt. Verlust: fünf Millionen Mark, wie die »Welt« wissen will. Auf Inhalt und Stil des Heftes mögen sich die AA-Kulturfunktionäre bei ihrer Abbruch-Entscheidung nicht beziehen. Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher (FDP) hat vielmehr finanzielle Gründe parat: »Wir können nicht die Melkkuh in einer Zeit sein, in der überall sonst gespart werden muß.« Hamm-Brüchers Trostpflaster für den Münchner Carl Hanser Verlag, der die Nullnummern des AA-Prestige-Objekts produzierte: Der Verlag solle ein kommerzielles »Ergo« herausbringen, von dessen Auflage das AA einen garantierten Teil regelmäßig abnehmen könnte. Der Hanser-Verlag hat zwei Monate Zeit, sich dieses »echt liberale« (Hamm-Brücher) Angebot zu überlegen.

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