Ethnologisches Museum Berlin gibt mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurück

Tätowierte Maori-Männerköpfe waren im 19. Jahrhundert begehrte Sammlerobjekte. Nun soll historisches Unrecht wieder gut gemacht werden: Die Artefakte kehren in ihre Heimat zurück.
Hinemoana Baker und Te Arikirangi Mamaku verdecken zwei Boxen mit zwei Toi moko, konservierten Köpfen von Maori

Hinemoana Baker und Te Arikirangi Mamaku verdecken zwei Boxen mit zwei Toi moko, konservierten Köpfen von Maori

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Christophe Gateau / dpa

Das Ethnologische Museum in Berlin hat zwei mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurückgegeben. Mit einer Zeremonie und Gebeten wurde am Montag die Heimreise vorbereitet. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach in einer Mitteilung von einem weiteren, wichtigen "Zeichen der Versöhnung an die vom Kolonialismus betroffenen Gesellschaften".

Die tätowierten Maori-Männerköpfe (Toi moko) waren im 19. Jahrhundert begehrte Sammlerobjekte. Wegen der Nachfrage in Europa waren für den Handel auch Sklaven und Kriegsgefangene tätowiert und getötet worden. Seit 2003 hat das Nationalmuseum den Auftrag, Überreste der Maori nach Neuseeland zurückzuführen.

"Und wir werden alles daran setzen, diesen Weg weiter zu beschreiten, um historisches Unrecht wieder gutzumachen."

Hermann Parzinger

Die Köpfe sollen nun nach Neuseeland gebracht werden. "Wir lernen ständig dazu, durch unsere eigene Provenienzforschung, aber gerade auch durch solchen Austausch", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, laut Mitteilung. "Und wir werden alles daran setzen, diesen Weg weiter zu beschreiten, um historisches Unrecht wieder gutzumachen."

evh/dpa