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Malerei Explosive Mischung

aus DER SPIEGEL 6/1996

Am Anfang schien es bloß eine Schnapsidee, dann wurde daraus eines der ungewöhnlichsten Experimente der modernen Kunst: Ende 1983 gingen Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente in New York eine künstlerische Dreiecksbeziehung ein. Leinwände wurden von Atelier zu Atelier transportiert und von zwei, manchmal allen drei Künstlern nacheinander bemalt und bedruckt. So trafen drei völlig unterschiedliche Charaktere und Generationen aufeinander: Warhol, damals 55, der Pop-art-Star; Basquiat, erst 22, der schwarze Graffitimaler; Clemente, 31, der Junge Wilde aus Neapel. »Ihre Zusammenarbeit schien mühelos, einer beflügelte den anderen, immer noch besser zu werden«, erinnerte sich ihr gemeinsamer Freund Keith Haring später. Dennoch blieb jeder Einzelbeitrag der Künstler erkennbar. Das Zusammenspiel ihrer unterschiedlichen Temperamente ergab eine explosive Mischung. Zwischen 1984 und 1985 entstanden mehr als 100 »Collaborations«, die weitgehend unbekannt blieben. Jetzt ist etwa die Hälfte der Werke zum erstenmal ausgestellt (im Museum Fridericianum in Kassel, vom 4. Februar bis zum 5. Mai).

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