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Autoren Festungen überall

aus DER SPIEGEL 17/1995

Ein Buchtitel ist keine Festung. Das muß jetzt Henry Jaeger, 67, erfahren. Verärgert verfolgt er von Ascona aus den Werberummel um Lothar-Günther Buchheims Kriegsroman »Die Festung«. Denn Jaeger landete selbst vor 33 Jahren mit einem Roman, der »Die Festung« heißt, einen Welterfolg. Für den Herbst ist vom Debütwerk des ehemaligen Bankräubers, das er im Knast auf Toilettenpapier notierte, eine neue Taschenbuchausgabe angekündigt. Jaeger hatte kurz vor Ostern Buchheims Verleger Lothar Menne in Hamburg angerufen, doch der war den versprochenen Rückruf schuldig geblieben. Nun will der erboste Autor ("ein Gaunerstück") eine einstweilige Verfügung gegen den zumindest vom Umfang her gewaltigen Konkurrenzroman durchsetzen. Die Verlage von Jaeger und Buchheim, 76, indes geben sich gelassen - auch, weil es noch andere »Festungs«-Titel gibt: neben einem Theaterstück von Rainald Goetz ins Deutsche übersetzte Romane von Dino Buzzati, Ismail Kadare, Mesa Selimovic und Hugh Walpole. Jaeger aber will nicht nachgeben: Die Verwendung des Titels - »zu Lebzeiten des Autors« - ist für ihn ein extrem »unkollegialer Akt«.

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