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Sponsoring Flotter Fummel

aus DER SPIEGEL 21/1995

Es muß nicht immer die bauschige Sack-Robe in Silbergrau aus dem Hause Christo sein, in die Gebäude wie der Reichstag verhüllt werden. Der Werbemann Alexander Demuth hat zusammen mit dem Frankfurter Museum für Moderne Kunst (MMK) jetzt die Idee für flotte, bunte Werbefummel entwickelt, die maßgeschneidert am Baukörper liegen. Das Projekt »Außenhaut« ist keine spleenige Künstleridee, sondern soll die katastrophale Finanznot des Museums lindern helfen. Die Kosten der werblichen Einhüllung sollen 300 000 Mark betragen, die Sponsoren zwei Millionen Mark Spenden an das MMK bezahlen. Die »Außenhaut«-Idee, glaubt Museumsdirektor Jean-Christophe Ammann, könnte ein Werbehit auch über Frankfurt hinaus werden, schließlich habe es im vergangenen Jahr 90 Millionen Museumsbesucher in Deutschland gegeben. Und Werbemann Demuth assistiert: »Die Museen müssen anfangen zu inszenieren.« Eine Verschandelung des Frankfurter Kunstgehäuses befürchten fachkundige Ästheten nicht, spielt doch der dreieckige Hans-Hollein-Bau bewußt mit dem Pathos der Moderne. Die Verpackung unter Cola-Signets und Lufthansa-Kranichen erschiene eher wie ein Schlagobers auf das architektonische Tortenstück. Hollein, so hört man, hätte nichts gegen die Verpackungsidee einzuwenden.

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