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NEU IN DEUTSCHLAND Francois Mauriac: »Bild meines Ichs«.

aus DER SPIEGEL 24/1960

Unter der Devise »Ich werde also nichts sagen« gibt der in Südfrankreich beheimatete Literatur-Nobelpreisträger und linksrepublikanisch orientierte Gaullist Mauriac einen Bericht seines »geistigen Lebens«, des »einzigen Lebens, über das zu berichten sich lohnt«. Biographische Fakten oder gar Einzelheiten über sein politisches Engagement hat der 74jährige Schriftsteller und Journalist aus diesen »inwendigen Erinnerungen« eliminiert. Als homme de lettres äußert er sich in einem glasperlenspielerischen Monolog über Pascal, Benjamin Constant, Flaubert, Baudelaire, Proust und über seinen Förderer Maurice Barrès (der 1923 starb). Von katholischer Warte aus analysiert er den Glaubensbruder Bernanos und den einst »gläubigen kleinen Hugenotten« André Gide; er distanziert sich von den Vertretern der modernen »Aliteratur« (Alain Robbe-Grillet) und ersinnt die Hauptfigur eines Romans, den er nicht mehr verfassen wolle; für diesen Helden werde es am Ende nur zwei Möglichkeiten geben: Selbstmord oder Bekehrung. (Verlag Kurt Desch, München; 336 Seiten; 16,80 Mark.)

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