Nach Beschwerden von Redaktion und Leserschaft »Frankfurter Rundschau« will keine AfD-Anzeigen mehr bringen

Eine Anzeige der AfD hat bei der »Frankfurter Rundschau« für Ärger gesorgt. Nach Kritik von Leserinnen, Lesern und Redaktion zieht die Geschäftsleitung nun weitreichende Konsequenzen.
Symbolbild »Frankfurter Rundschau«

Symbolbild »Frankfurter Rundschau«

Foto: Christoph Schmidt / picture alliance/dpa

Eine Anzeige der AfD, in der sie gegen eine allgemeine Impfpflicht eintritt, sorgt weiter für Wirbel in der »Frankfurter Rundschau« (»FR«). Die Anzeige war am Mittwoch in der links-liberalen Zeitung mit gleich zwei Distanzierungen erschienen. Unterhalb der Anzeige war in einer Anmerkung des Verlags darauf verwiesen worden, dass man bei Anzeigen »auf die Wahrung des Grundrechts zur freien Meinungsäußerung« achte, sofern Anzeigen nicht gegen »geltendes Recht oder die Grundsätze des Verlags« verstießen. In diesem Sinne sei die Veröffentlichung der Anzeige der AfD »Teil der geltenden Meinungsfreiheit«. »Eine kritische Bewertung der Inhalte steht allen Lesern zu«, schloss die Anmerkung.

Im redaktionellen Teil derselben Ausgabe fand sich zudem ein Hinweis »In eigener Sache«: »Die Redaktion distanziert sich von nebenstehender Anzeige. Redaktion und Anzeigenabteilung der FR arbeiten strikt getrennt voneinander.«

Anscheinend reichten diese Distanzierungen vielen Leserinnen und Lesern der »FR« nicht aus, auch aus der Redaktion heraus soll die Kritik nicht abgerissen sein. Am Freitag reagierte »FR«-Geschäftsführer Max Rempel nun in der eigenen Zeitung. Auf Seite 5 schrieb er an die Leserinnen und Leser, dass die Anzeige für große Verärgerung gesorgt habe. »Das ist verständlich, denn die Frankfurter Rundschau steht für eine klare links-liberale Haltung und setzt sich gegen jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus ein«. Dementsprechend kritisch berichte man über die AfD. »Die Veröffentlichung der Anzeige war ein Fehler«, so Rempel. »Dafür bitte ich um Entschuldigung. Ich habe entschieden, dass es künftig keine Anzeigen der AfD mehr in der Frankfurter Rundschau geben wird.«

hpi
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