Unterstützung für kleine Buchhandlungen Frankreich plant Mindestliefergebühr für online bestellte Bücher

Bücher gratis nach Hause zu liefern, ist in Frankreich verboten. Doch Großunternehmen wie Amazon berechnen nur einen symbolischen Cent. Nun soll ein Gesetz die Wettbewerbschancen des örtlichen Buchhandels verbessern.
Buchhandlung im Pariser Vorort Saint-Mande: Preis für Lieferung festgelegt

Buchhandlung im Pariser Vorort Saint-Mande: Preis für Lieferung festgelegt

Foto: Pascal Le Segretain / Getty Images

Frankreich will eine Mindestliefergebühr von drei Euro gesetzlich festlegen für Online-Buchbestellungen für weniger als 35 Euro. Ziel des Plans ist es, die Wettbewerbsbedingungen zugunsten der unabhängigen Buchhandlungen auszugleichen, die sich im Kampf mit den E-Commerce-Giganten auf verlorenem Posten sehen. Das teilte die französische Regierung am Freitag mit.

Schon seit 2014 ist es in Frankreich verboten, Bücher gratis nach Hause zu liefern. Allerdings haben Amazon und andere große Handelsunternehmen wie die französische Fnac das Verbot umgangen, indem sie nur einen Cent pro Lieferung berechnen. Örtliche Buchhandlungen berechnen üblicherweise bis zu sieben Euro für den Buchversand.

Das Gesetzesvorhaben, mit dem das Ein-Cent-Schlupfloch geschlossen werden soll, ging bereits im Dezember 2021 durchs Parlament. Doch das Gesetz konnte nicht in Kraft treten, weil die Regierung sich noch nicht für eine Höhe der Mindestgebühr entschieden hatte.

EU muss noch zustimmen

Sie folgte nun dem Vorschlag der Regulierungsbehörde Arcep , die relevante Marktteilnehmer angehört hatte, und setzte sie bei drei Euro fest. Bei der Obergrenze, von der an gratis geliefert werden darf, entschied sich die Regierung für eine höhere Schwelle als vorgeschlagen. Amazon hatte im Vorfeld betont, welche große Rolle seine Lieferungen gerade in ländlichen Gebieten spielten. Buchhandelsverbände betonten die Bedeutung der Vielfalt für die Buchkultur.

In einer gemeinsamen Mitteilung  betonten Kultur- und Finanzministerium, das Gesetz werde »die Buchindustrie an die digitale Ära anpassen«, indem es ein Gleichgewicht herstelle zwischen großen E-Commerce-Plattformen und dem Buchhandel. Die Ministerien teilten mit, die Europäische Kommission werde nun vom Plan unterrichtet. Die Mindestversandgebühr werde sechs Monate nach der Zustimmung der EU in Kraft treten.

feb/Reuters
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.