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Franz Kafka als Humorist

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aus DER SPIEGEL 3/1988

Die Götter der sogenannten ernsten Literatur - waren sie nicht manchmal auch zu gediegenem Blödeln aufgelegt? Der Satiriker Bernd Eilert beantwortet die irritierende Frage mit einem blasphemischen Ja und hat zum Beweis »Das Hausbuch der literarischen Hochkomik« zusammengestellt. Natürlich beschweren den Regalbieger (Haffmans Verlag, Zürich; 1580 Seiten; 50 Mark) Kostproben Seiner Heiterkeit Wilhelm Busch und des pfiffigen Lästermauls Jonathan Swift. Aber Eilert hat ihm auch den weithin verborgen gebliebenen Witz von Melancholikern wie Charles Baudelaire und düsteren Skeptikern wie Gottfried Benn einverleibt. Und sogar der traurige Dichter Franz Kafka ist mit einer Prosa ("Der Dorfschullehrer") vertreten, an welcher der Herausgeber mit Recht rühmt, in ihr werde »permanenter Unsinn« geredet. Das Buch ist hochkomisch wie die Kritiker, die es mit vollem Ernst verreißen.

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