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LITERATUR Frommer Schurke

aus DER SPIEGEL 5/2002

Gott mag keine Jammerlappen. Das jedenfalls glaubt der fromme Schweizer Frank, der sich im Besitz eines direkten Drahts zum Himmel wähnt. Für seine nach der Geburt ihres Babys von einer Depression gepeinigte Frau hat der bigotte Held wenig Verständnis - und lässt sich flugs mit dem Kindermädchen ein. Die arme Ehefrau aber bringt sich um.

Das klingt nach höchst tragischem Stoff; doch »Bananenfüße«, das neue Buch der in den USA lebenden Schweizer Autorin Milena Moser, 38, ist ein turbulenter, zärtlicher Familienroman, in dem eine der Erzählstimmen der toten Gattin Stella gehört. Zehn Jahre nach deren Selbstmord lebt Frank als Architekt mit Ex-Kindermädchen Lily, seiner neuen Frau, und Sohn Leo in San Francisco. Als Frank abermals untreu wird, stürzt sich Lily in einen ebenso skurril wie herzerwärmend geschilderten Kampf zur Rettung des Rest-Familienglücks - mit verblüffendem Ausgang.

Milena Moser: »Bananenfüße«. Blessing Verlag, München; 256Seiten; 21 Euro.

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