Zur Ausgabe
Artikel 50 / 71

Frühe Prosa von Peter Weiss

*
aus DER SPIEGEL 32/1984

Der 1982 verstorbene Schriftsteller Peter Weiss ("Die Ästhetik des Widerstands") war am Ende seines Lebens Marxist. Aber an der Wiege seiner Literatur haben Kafka und Strindberg gestanden. Eine Prosaarbeit, die diese Patenschaft bezeugt, ist der nun in einer bibliophilen Ausgabe vorgelegte Text »Von Insel zu Insel« (Verlag Frölich & Kaufmann; 80 Seiten; 48 Mark), in dem der (noch) pessimistisch gestimmte Autor von »verlassenen Palästen der Nacht« erzählt, auf Wegen irrt, die »nicht zurückführen«, und von sich selbst als einem Menschen angstträumt, der »dem Jäger vor die Füße« fällt. Als der vor den Nazis nach Schweden emigrierte Peter Weiss »Von Insel zu Insel« 1947 in einer winzigen schwedischen Auflage veröffentlichen konnte, war er 31 Jahre alt und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Malerei und Textildesign. Der Suhrkamp Verlag, der die Rechte am Gesamtwerk des Autors besitzt, hat sich um eine deutsche Übertragung des Buches nie gekümmert. Also vereinbarte Weiss diese Übersetzung, 14 Tage vor seinem Tod, mit Frölich & Kaufmann. Heiner Gimmler hat sie auf exzellente Weise besorgt. Zur Lektüre lädt ein kleines Vorwort der Witwe des Autors ein.

Mehr lesen über

Zur Ausgabe
Artikel 50 / 71
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.