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Garry Kasparow Kampf von außen

aus DER SPIEGEL 23/2022
Foto:

Julien Lienard / Contour / Getty Images

Er weiß, was es heißt, den russischen Präsidenten zum Gegner zu haben: Garry Kasparow, 59, ehemaliger Schachweltmeister, verließ seine Heimat 2013 – und kämpft weiter gegen Wladimir Putins Regime. Aktivist Kasparow nahm gerade an einer Antikriegskonferenz in Vilnius teil und ist überzeugt, dass Opposition gegen Putin nur von außen möglich sei. Er erklärte, er diskutiere mit europäischen Verantwortlichen, um die Rechte von Auslandsrussen zu verbessern. Wegen Sanktionen infolge des Ukrainekriegs können Menschen mit russischem Pass im Ausland kein Bankkonto eröffnen – unabhängig von der politischen Überzeugung. Kasparow regt an, im Ausland lebende Russen eine Erklärung unterzeichnen zu lassen, in der sie den Krieg verurteilen, Putins Herrschaft als illegitim bezeichnen und die territoriale Integrität der Ukraine anerkennen. Nach so einer Erklärung sei es unfair, jemanden einzuschränken, »nur weil die Person in Russland geboren ist und einen russischen Pass hat«. Seit 2014 besitzt Kasparow die kroatische Staatsbürgerschaft; Russland hat ihn gerade zum »ausländischen Agenten« erklärt.

ks
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