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KUNSTMARKT Gedrängel im April

aus DER SPIEGEL 16/2007

Im April starten gleich in drei deutschen Städten Kunstmessen - das klingt nach Überangebot, nach Messekrieg. Frankfurt am Main hat am vergangenen Donnerstag eröffnet, in dieser Woche ziehen Köln und Düsseldorf nach. Als traditionsreichste Verkaufsschau kann die »Art Cologne« auftrumpfen, neu ist nur der Frühjahrstermin. Düsseldorf dagegen feiert mit der »DC« dieses Jahr Premiere. Die »Fine Art

Fair Frankfurt« wird zum zweiten Mal vom umtriebigen Galeristen Michael Neff verantwortet, und der hat sich vorgenommen, die Käufer und die Konkurrenz zu verblüffen: In diesem Jahr durften die Galeristen ausschließlich Skulpturen zeigen. In Frankfurt war beispielsweise zu bestaunen: eine voluminöse knallgelbe Bronze-Installation von Tony Cragg oder auch Johannes Wohnseifers knautschiger Ballon »Fettsack«. Zur Vernissage wurde Grace Jones geladen, sozusagen als lebende Skulptur. Alle drei Messechefs geben sich enorm selbstbewusst. Die Düsseldorfer etwa lästern über die Frankfurter, weil die sich »nicht einmal Messewände leisten können«. Die »DC«, veranstaltet von einer Tochterfirma des Verlages Gruner + Jahr, setzt auf internationale Anziehungskraft. Deshalb war die erste April-Hälfte tabu: »Bis zum 15. April sitzen die Amerikaner an ihren Steuererklärungen, da reisen die nicht nach Europa«, sagt Walter Gehlen, Direktor der neuen Düsseldorfer Messe. Bleibt abzuwarten, in welcher Stadt die Rechnung aufgeht.

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