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Willard White Gelassen zum Ziel

aus DER SPIEGEL 4/2022
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JB Millot

Nach Jahrzehnten als erfolg­reicher Bassbariton kann der Brite Willard White, 75, seinem Repertoire noch eine neue Rolle hinzufügen: Er singt den Grafen Monterone in Verdis berühmter Oper »Rigoletto«. Die Inszenierung hat dieses Wochenende in Leeds Premiere. Vor 40 Jahren war White schon einmal in der engeren Wahl für den Part, damals als Zweitbesetzung an der English National Opera in London, die die Geschichte in die New Yorker Mafiawelt der Fünfzigerjahre verlegte. Der in Jamaika gebore­ne White bekam das Engagement dann doch nicht, weil der Regisseur fand, dass ein Schwarzer nicht in die italienisch-amerikanische Unterwelt passe. Der 2004 für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagene Sänger sagte dem »Telegraph« jetzt, er sei damals gelassen geblieben: »Wenn jemand meine Haut­farbe ablehnt, dann tut er das.« Opernfans können froh sein, dass White überhaupt zu seinem Beruf fand. Nie habe er Sänger werden wollen, sagte er dem »Telegraph«, er fand das sei etwas für Mädchen. Lange habe er geglaubt: »Kein echter Mann geht auf eine Bühne und singt.«

ks
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