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VERLAGE Geld für drei Jahre

aus DER SPIEGEL 39/2001

Neustart im Ausland: Christoph Buchwald, 49, der sich als Lektor im Hanser-Verlag und später als Verlagsleiter bei Suhrkamp den Ruf erworben hat, seine Autoren besonders sorgsam zu betreuen, ist nun selbst unter die Verleger gegangen - in Amsterdam hat er gemeinsam mit seiner Frau Eva Cossée, 46, und einem Verlagslektor den Cossee-Verlag gegründet, der, so Buchwald, »für ein anspruchsvolles literarisches Programm steht und unabhängig ist«. Außer den dreien, die mit »einigem« Eigenkapital dabei sind, haben sich verschiedene Finanziers gefunden (darunter der Schweizer Andreas Reinhart, der auch Suhrkamp-Teilhaber ist), so dass genug Geld da ist, »um die ersten drei Jahre zu überstehen«.

Eva Cossée, bisher Verlagsleiterin bei Ambo in Amsterdam, will schon seit langem selbst Verlegerin werden. Ihre Angst war, dass ihr Mann ein Angebot der Konkurrenz annimmt: »Ich lese Manuskripte gern im Bett. Hätte ich die immer unter der Matratze verstecken sollen?« Neben Übersetzungen bekannter ausländischer Autoren will das neue Unternehmen ab Frühjahr 2002 auch junge Niederländer bringen. Cossée: »Wir wollen junge Talente langfristig an uns binden. Die Leute kommen nicht zu uns wegen des Schecks, sondern wegen unserer Arbeit.«

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